AK fordert Gleichstellung von Angestellten und Arbeitern

12. Juni 2013, 14:18
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Hintergrund der gesetzlichen Ungleichbehandlung sei eine historische Zufälligkeit

Bereits seit vielen Jahren fordern Arbeiterkammer (AK) und Gewerkschaften, dass die "unverständliche und ungerechte Unterscheidung" zwischen Angestellten und Arbeitern bei der Entgeltfortzahlung bei Dienstverhinderung aus wichtigen persönlichen Gründen beseitigt werden sollte. Das bekräftigt die AK in einer aktuellen Aussendung.

Auch auf dem so genannten Hochwassergipfel am Dienstag wurde über die Problematik diskutiert. Konsens darüber konnte auf dem Gipfel aber nicht erzielt werden. "Das Thema soll auf sozialpartnerschaftlicher Ebene umfassend diskutiert werden", so Innenministerin Mikl-Leitner.

Ungleichbehandlung historisch bedingt

"Kein Mensch versteht, warum jemand, dessen Arbeitswerkzeug Computer und Kugelschreiber sind, für Hochwassereinsätze bezahlt dienstfrei gestellt wird, während Menschen, die in ihrem Beruf mit Bagger und Schaufel arbeiten, sich dafür Urlaubstage oder Zeitausgleich nehmen müssen", so AK-Präsident Rudolf Kaske.

Hintergrund der gesetzlichen Ungleichbehandlung sei eine historische Zufälligkeit: Die Regelung für Arbeiter stamme noch aus der Monarchie. Der Anspruch im Angestelltengesetz sei erst in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, also schon in der jungen Demokratie, geschaffen worden.

Bezahlte Freizeit nur für Angestellte

"Dass auch Arbeiter eine Entgeltfortzahlung während Einsätzen aus persönlicher Betroffenheit bekommen sollen, ist ein Schritt in die richtige Richtung", meint Kaske zur diesbezüglichen Äußerung der Innenministerin. Einen gesetzlichen Anspruch auf bezahlte Freizeit für Einsätze haben derzeit aber nur Angestellte, Arbeiter nicht. "Diese Ungleichbehandlung muss beseitigt werden." Auch etwa SPÖ-Klubobmann Josef Cap und ÖGB-Präsident Erich Foglar fordern in Aussendungen eine diesbezügliche Gesetzesänderung. (red, derStandard.at, 12.6.2013)

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    Warum sollen Arbeiter und Angestellte bei einer Hochwasserkatastrophe anders behandelt werden? Das fragt sich nicht nur die Arbeiterkammer.

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