Kein NSA-Direktzugang: Google übermittelt Daten über SFTP

    12. Juni 2013, 12:04
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    Der Technologiekonzern beteuert erneut, Anfragen rechtlich abzuklären und Direktzugang verweigert zu haben

    In einem Blogpost mit dem Titel "What the...?" hat Google-Chef Larry Page bereits beteuert, dass Google der NSA niemals einen Direktzugang zu den Firmenservern ermöglicht habe. Alle Anfragen, die von Behörden kommen, sollen von dem Unternehmen auf rechtliche Abdeckung geprüft worden sein. Die Daten, die Google allerdings dann aufgrund richterlicher Beschlüsse hergeben muss, werden nicht leichtfertig versandt, sondern eigenen Angaben zufolge mit Secure FTP übermittelt.

    Verschlüsselte Daten

    Google-Sprecher Chris Gaither gegenüber Wired: "Wenn wir uns diesen Anfragen beugen müssen, liefern wir der Regierung diese Information – generell über Secure FTP und persönlich". Die US-Regierung habe keinerlei Handhabe, diese Informationen direkt über die Server abzuziehen, so Gaither weiter. Der SFTP-Standard wird verwendet, um Daten verschlüsselt zu übermitteln.

    Bisher immer abgelehnt

    Gaither sagt weiter, dass die vermeintlichen technischen Mittel, um Daten über die Rechenzentren von Google abzugreifen, nicht existieren. Google würde an so einem Programm nicht teilnehmen, egal aus welchem Grund. Allerdings gibt Gaither zu, dass die US-Regierung in der Vergangenheit mehrmals angefragt hätte, solche Tools installieren zu dürfen. Google soll aber bislang immer abgelehnt haben.

    Spezielle Infrastrukturen

    Das entspricht auch den Schilderungen, die die Washington Post einige Tage nach dem Bekanntwerden der NSA-Überwachung geschrieben hat. Dort hieß es dann, dass der Zugang weniger durch direkt angebrachte Tools als vielmehr über direkte Anfragen passiert, die über bestimmte Infrastrukturen reinkommen, die das Unternehmen dafür angelegt hat. Dies habe Microsoft bereits 2007 hingenommen, gefolgt von Google im Jahr 2009.

    Anfrage an US-Behörden gestellt

    Die Anfragen, die von den US-Behörden kommen, würden nur einen kleinen Bruchteil von Usern betreffen. Deshalb will der Suchmaschinenkonzern die Anzahl und den Umfang dieser Anfragen publizieren. Dafür braucht das Unternehmen aber zunächst die Einwilligung der Behörden. Eine entsprechende Anfrage wurde bereits eingebracht, Facebook und Microsoft haben sich bereits angeschlossen. (red, derStandard.at, 12.6.2013)

    Links

    Wired

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      Laut Google gibt es keinen Direktzugriff der NSA auf Datenzentren

       

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