Craig Federighi ist Apples neuer Star

12. Juni 2013, 10:11
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Nach der WWDC-Keynote wurde der Software-Chef in den höchsten Tönen gelobt

Apples Software-Engineering-Chef Craig Federighi ist seit Montag in den Tech-Medien zum neuen Star des Technologiekonzerns mutiert. Der 43-jährige Manager war bislang eher im Hintergrund zu beobachten, öffentliche Auftritte waren eine Seltenheit und meist auf wenige Minuten beschränkt. Sein Auftritt bei der Keynote der WWDC stellte sich allerdings als Erfolg für ihn heraus. Die Kritik fiel nämlich durchaus positiv aus.

Witz und Charme

Federighi hatte die Aufgabe, den Zusehern bei der WWDC Apples neuestes Betriebssystem OS X Mavericks vorzustellen. Dabei galt es, Entwickler als auch User gleichermaßen von dem neuen Produkt zu begeistern. Wo Phil Schiller als Marketing-Guru des Unternehmens schon reichlich Übung hat, meisterte Federighi seinen ersten Anlauf offenbar mit Witz und Charme, der gut ankam.

Nie im Fokus

Federighi ist laut Wall Street Journal einer der ersten Mitarbeiter von Apple gewesen. Schon zu Zeiten von Next unter der Co-Führung von Steve Jobs war Federighi an Bord. Seine Zeit bei Apple verbrachte der Software-Experte bisher damit, Enterprise Software zu entwickeln. Ein Unterfangen, auf das Apple nie seinen Fokus gelegt hat.

Nachfolge von Forstall

Begeistert von seiner Performance waren aber nicht nur Journalisten und Konsumenten gleichermaßen. Auch Investoren sollen von seinem Auftritt angetan gewesen sein. Die Skepsis, die anfangs da war, als Federighi den Posten von Mobile-Software-Chef Scott Forstall übernommen hat, hat sich damit erledigt. In seiner kurzen Zeit als Leiter der Abteilung für Mac und iOS Software hat sich Federighi offenbar einen Namen gemacht. Auf die Bühne hätte man ihn sonst nicht so schnell gelassen.

Freundschaftlicher Umgang

Der 43-Jährige Executive soll allerdings einen schwierigen Weg bis dahin gehabt haben. Obwohl er gleichzeitig mit Scott Forstall für Apple angefangen hat zu arbeiten, standen seine Produkte, wie Datenbanken und Enterprise-Lösungen, eher im Hintergrund. Nachdem Next von Apple übernommen wurde, verließ er das Unternehmen wieder. Erst 2009 kam Federighi nach einigen Jahren bei Ariba wieder zurück. Seitdem hat Federighi die Software-Abteilung von Mac und iOS in der Hand und somit auch mehr Verantwortung. Er soll mit Forstall aber eine weitaus freundschaftlichere Beziehung gehabt haben als andere Apple-Manager.

Weniger Bauch-Entscheidungen

Dass Federighi nun in den Vordergrund tritt, sei vor allem Apple-Chef Tim Cook zu verdanken. Laut einem Insider sollen die beiden nämlich besonders "kompatibel" zueinander sein, beide würden analysieren und weniger aus dem Bauch heraus entscheiden. Er soll in den letzten Monaten iOS 7 zusammengestückelt haben. Aus verschiedenen bereits ausgearbeiteten Ressourcen soll Federighi innerhalb kürzester Zeit die Developer-Version der mobilen Software ordentlich vorangetrieben haben. Dafür hat er das Mac- und iOS-Team zwar zusammenarbeiten lassen, behielt sich aber vor, bestimmte Leute alleine arbeiten zu lassen.

Mehr von Federighi

Federighi soll innerhalb von Apple als sehr zuverlässig gelten. Er ist einer derjenigen, der E-Mails offenbar sofort beantwortet und sehr viel arbeitet. Den Nerd hat Federighi bei der Keynote trotzdem nicht raushängen lassen. Er ließ es sich auch nicht nehmen, zu bestimmten Features seinen eigenen Senf beizumischen. Auch sein Humor begeisterte: Als es soweit war, den neuen Namen von OS X 10.9 zu verlautbaren, machte Federighi einen Scherz und sagte, es würde "Sea Lion" heißen. Einige meinen, dass der Entwickler wieder etwas mehr Persönlichkeit auf Apples Bühne bringt. In Zukunft könnte man aufgrund der positiven Resonanz deutlich mehr von Federighi sehen. (red, derStandard.at, 12.6.2013)

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    Craig Federighi ist der neue Star bei Apple

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    Bei der WWDC präsentierte er das neue OS X und Features von iOS 7

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