Individuelle Pflege krebskranker Menschen

12. Juni 2013, 09:26
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Das Krankenpflegepersonal verbringt viel Zeit mit den Betroffenen

"Risiken krebskranker Menschen – erfassen, bewerten, (er)tragen" ist Thema des 18. Krebskrankenpflege-Symposiums (17. -19. Juni 2013) in Heidelberg. Gemeint ist dabei nicht nur das jeweilige Risiko, an der Erkrankung zu sterben. Welches Risiko trägt der Patient durch die Therapie selbst, wie anfällig ist er für Nebenwirkungen und wie verkraften er und seine Angehörigen die schwierige Situation?

Im Rahmen des Symposiums diskutieren Pflegende, Ärzte, Psychologen und Sozialarbeiter, wie die verschiedenen Risiken erfasst und bewertet werden können und welche Konsequenzen sich daraus ergeben.

"Wie in der personalisierten Medizin, in der Patienten je nach Prognose passgenaue Behandlungen erhalten sollen, wird auch in der Pflege krebskranker Menschen das individuelle Risiko heute stärker beachtet und gewichtet", erklärt Burkhard Lebert, der die Fachweiterbildung zur Pflege des krebskranken Menschen an der Akademie leitet und für die Organisation des Kongresses verantwortlich ist. 

Patienten motivieren

Das Krankenpflegepersonal verbringt im Vergleich zu den anderen Berufsgruppen die meiste Zeit mit dem Patienten. Sie können therapiebedingte oder psychische Risiken erfassen und einschätzen, die Patienten aber auch motivieren. "Das Pflegeteam kann diese Risiken bei entsprechender Schulung verringern, indem es beispielsweise die behandelnden Ärzte bei der Anpassung der Therapie berät, Patienten und Angehörige informiert und unterstützt", so Lebert.

Edgar Reisch, Pflegedirektor des Universitätsklinikums Heidelberg und Geschäftsführer der Akademie für Gesundheitsberufe, weist auf die gesundheitspolitischen Herausforderungen bei dieser wichtigen Aufgabe der Pflege hin: „Die Mitarbeiter der Pflege sind mit eine tragende Säule der Krankenversorgung. Bei rund 486.000 neu diagnostizierten Krebserkrankungen in Deutschland im Jahr 2012 brauchen wir sie mehr denn je", so Reisch. (red, derStandard.at, 12.6.2013)

 

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