EZB-Ökonom liebäugelt mit Strafzins für Banken

12. Juni 2013, 10:48
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Für Peter Praet gibt es noch viel Handlungsspielraum, IWF-Chefin Lagarde lobt die Notenbanker

Frankfurt am Main - Die Europäische Zentralbank (EZB) hat nach Ansicht ihres Chefvolkswirts Peter Praet noch Raum für weitere Zinssenkungen. "Es gibt Handlungsspielraum bei unseren Standardmaßnahmen", sagte Praet am Dienstag in Frankfurt auf die Frage, ob die EZB den Einlagesatz für Banken noch unter null Prozent senken könnte - was de facto einem Strafzins für Banken gleichkäme. Die Debatte im EZB-Rat über weitere Maßnahmen sei "sehr reich und sehr interessant", sagte der Belgier, der zuvor erklärt hatte, für ihn gehörten Zinsänderungen zu den geldpolitischen Standardmaßnahmen.

Die EZB hatte im Mai ihren Leitzins auf 0,5 Prozent gesenkt. Der Einlagezins liegt bei null Prozent. EZB-Chef Mario Draghi hatte sich Anfang des Monats alle Optionen offen gelassen, an den Finanzmärkten wird jedoch allenfalls in ein paar Monaten und nur bei einer weiteren Verschlechterung der Wirtschaftslage mit einer weiteren Zinssenkung der EZB gerechnet.

IWF warnt Karlsruhe

Derweil hat IWF-Chefin Christine Lagarde die Politik der EZB verteidigt. Erst ihr Eingreifen habe die Lage in der Eurozone stabilisiert und mögliche Staatsbankrotte verhindert, sagte sie der Süddeutschen Zeitung. Das ist als Warnung an das deutsche Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe zu sehen, das gegenwärtig prüft, ob die Zentralbank ihre Befugnisse in der Krise überschritten hat. (APA, 12.6.2013)

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    Als "sehr reich und sehr interessant" bezeichnet EZB-Ökonom Praet die Debatte der Notenbanker.

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