Intendant Pereira geht schon 2014: Vertrag vorzeitig aufgelöst

11. Juni 2013, 18:21
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Kuratoriumsbeschluss: Bechtolf und Rabl Stadler leiten die Festspiele 2015 und 2016

Salzburg - Das Kuratorium der Salzburger Festspiele traf sich am  Dienstagnachmittag, um sich über das Budget der Festspiele 2014 sowie die Zukunft der Festspiele nach der Designierung von Intendant Alexander Pereira zum Scala-Intendanten ab 2015 zu beraten.

Beschlossen wurde, dass der Vertrag mit Pereira mit 30. September 2014 und damit vorzeitig aufgelöst wird. Heuer und 2014 bleibt er bei vollen Bezügen Intendant, ursprünglich hätte er die Festspiele bis September 2016 leiten sollen. Für die Jahre 2015 und 2016 sollen die Festspiele von Schauspielchef Sven-Eric Bechtolf zusammen mit Präsidentin Helga Rabl-Stadler geleitet werden.

Die Position des Intendanten wird ausgeschrieben, erste Festspielsaison des künftigen Intendanten soll das Jahr 2017 sein.  "Markus Hinterhäuser ist uns willkommen, diese Jahreszahl ist nicht zufällig", sagte Kurator Bürgermeister Heinz Schaden. Bechtolf und Rabl-Stadler werden Mitglieder des Direktoriums sein, sofern der Vertrag mit Helga Rabl-Stadler, Präsidentin und kaufmännische Leiterin der Festspiele, verlängert werden sollte. Auch diese Position soll ausgeschrieben werden.

Rabl-Stadler sagte, sie werde sich für den Posten des Festspiel-Präsidenten bewerben. "Ich bin gebeten worden und ich werde es machen." Kuratoriumsvorsitzende Andrea Ecker, Vertreterin des Bundes, sagte, es werde für beide Ausschreibungsverfahren keine Findungskommission geben, "das Kuratorium ist die Findungskommission". Ende der Bewerbungsfrist ist der 2. September, noch in diesem Jahr soll eine Entscheidung für beide Positionen fallen.

Budget für 2014 genehmigt

Das umstrittene Budget und das Programm der Festspiele für das Jahr 2014 wurden vom Kuratorium genehmigt, und zwar in der von Pereira und Rabl-Stadler vorgelegten, überarbeiteten Form - und mit einer Höhe von 61,037 Millionen Euro. Die Halbierung der Gage für den Intendanten, wie von Landeshauptfrau Gabi Burgstaller gefordert, ist vom Tisch. "Immerhin habe ich diese Programme ja auch voll geplant", sagte Pereira. Festspiel-Kurator Schaden  sprach von einem geordneten Übergang: "Die folgenden beiden Jahre sind programmiert, dann trennen sich unsere Wege. Mir war es wichtig, nicht im Streit zu scheiden."

 Pereira sagte, er werde sich mit voller Begeisterung in die beiden kommenden Sommer stürzen. "Ich erwarte eine Reihe toller Projekte. Die Jahre 2013 und 2014 wird Salzburg meine Hauptbeschäftigung sein, erst dann widme ich Mailand mein Hauptaugenmerk." Zum Thema Sponsoren sagte Pereira, dass wegen seiner Arbeit für Mailand aus Salzburg keine Sponsoren abgezogen würden. "Darüber hinaus aber werden die Festspiele einiges an Energie aufwenden müssen, um zusätzliche Sponsorengelder aufzutreiben", sagte er. "Ich habe mir in Salzburg ein Haus gekauft, weil ich mir nicht vorstellen konnte, je etwas anderes zu machen. Deshalb habe ich unterschrieben. Aber niemand ist auf die Idee gekommen, dass mir die Scala angeboten wird."

Vorplanung für 2015 und 2016 stabil

Das Programm 2014 läuft laut Pereira fast wie geplant. "Ich habe auf eine konzertante Oper verzichten müssen und Konzerte umgeschichtet. Der Unterschied war aber nur gut eine Million - wir waren nicht so weit auseinander, wie vielfach geschrieben worden ist. Die Oper von György Kurtag wird es 2015 geben, es gibt bereits 90 Seiten Partitur. Dirigent Ingo Metzmacher sagte, es sei Großes zu erwarten. 2014 werden wir eine Oper von Marc-Andre Dalbavie produzieren."

Sven-Eric Bechtolf sagte, Pereira habe für 2015 und 2016 fantastische Programme vorgeplant. "Jetzt alles umzuschmeißen wäre eine Profilneurose, die ich nicht habe. Ich finde es ehrenvoll, diese Festspiele wie vorgeplant umzusetzen. Das ist ein großes Vertrauen, das mir da entgegengebracht wird. Ich bedauere Alexanders Weggehen. Ich glaube, wir müssen jetzt vor allem dafür sorgen, dass Pereiras Ideen das Licht der Welt erblicken."   (APA, 11.6.2013)

 

Zum Nachlesen:
"Ich habe keine Lust, die Wände anzustarren"
Alexander Pereira im STANDARD-Interview

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Intendant Pereira vor Beginn der Sitzung des Festspielkuratoriums im Chiemseehof in Salzburg.

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