Das Selbstvertrauen des Tigers ist grenzenlos

11. Juni 2013, 17:30
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Von Donnerstag bis Sonntag werden in Ardmore, Pennsylvania, die 113. US Upen im Golf gegeben. Tiger Woods, der dreifache Sieger, hat seit fünf Jahren kein Major mehr gewonnen. Mit Disziplin, Ruhe und Vernunft will er es nun wieder schaffen

Ardmore - Es ist auch schon wieder fast 118 Jahre her, dass die US Open im Golf erstmals ausgetragen wurden. Das passierte 1895 und in Rhode Island. Heuer werden sie zum 113. Mal ausgespielt, und zwar ab Donnerstag im Merion Golf Club in Ardmore, Pennsylvania. Zweimal fielen sie wegen des Ersten Weltkriegs aus, viermal wegen des Zweiten.

Vier Spieler, darunter Jack Nicklaus, genannt der Goldene Bär, der mit insgesamt 18 Major-Triumphen der einschlägige Rekordler ist, haben dieses Major im vergangenen Jahrtausend jeweils viermal gewonnen, eine Bestmarke, die Eldrick Woods, genannt Tiger, ganz gerne einstellen würde. Woods holte den Titel 2000, 2002 und zuletzt 2008. Damals feierte er auch den bisher letzten seiner 14 Major-Erfolge. Und fünf Jahre danach ist sich der Weltranglistenerste ziemlich sicher, dass diese Durststrecke bald ein Ende haben wird.

Eine Frage der Zeit

"Ich besitze die Fähigkeiten, jedes Major zu jedem Zeitpunkt gewinnen zu können." Also sprach der 37-Jährige vor dem Auftakt des zweiten Majors in diesem Jahr zum Sportsender ESPN. Der nächste Erfolg sei "nur eine Frage der Zeit". Nach dem vierten Platz beim Masters 2013 ist der 78- fache Turniersieger richtig gierig auf den nächsten Triumph. "Ich hatte auch in den vergangenen Jahren immer wieder Chancen auf meinen 15. großen Titel", sagte Woods. Es sei ja nicht so, betonte er, dass er die Turniere unter "ferner golften" beende. 23-mal hat er zusätzlich zu seinen Erfolgen ein Major in den Top Ten abgeschlossen. Was freilich zählt, sind die Siege, vor allem für ihn selbst.

Und in dieser Statistik fehlen ihm noch vier, um mit Rekordler Nicklaus gleichzuziehen. Woods: "Erst wenn ich 60 Jahre alt bin und die Marke nicht erreicht habe, zerbreche ich mir den Kopf."

Zugutekommen könnte ihm in diesen Tagen, dass der Kurs mit knapp 6400 Metern der kürzeste aller Major-Turniere seit neun Jahren ist. Seit seinem sportlich so schwierigen Jahr 2008 mit Knieproblemen und - operation offenbarte Woods immer wieder Schwächen mit dem Driver. Oft fehlte bei den Abschlägen die Länge, um das aggressive Spiel aufzuziehen. "Wenn man sich aber die Siegerliste der Open anschaut", merkte der Favorit an, "dann sieht man, dass viele dabei sind, die nicht zu den besten Abschlägern gehören. Es kommt auch heuer darauf an, diszipliniert, ruhig und vernünftig zu bleiben."

Auf dem Weg zu seinem 15. Major-Triumph muss Woods gleich zu Beginn kühlen Kopf bewahren. Der Kalifornier spielt in den ersten beiden Runden in einem Flight mit Australiens Weltranglistendritten Adam Scott (32), der heuer das US Masters und damit sein erstes Major gewann, sowie seinem ärgsten Widersacher, dem Weltranglistenzweiten Rory McIlroy aus Nordirland.

Katastrophenpotenzial

"Das ist eine ordentliche Gruppe, die ich dort sehe", twitterte McIlroy, nachdem der US-Golfverband den Plan veröffentlicht hatte. Wie Woods glaubt auch der 24-Jährige, dass der Kurs vor den Toren Philadelphias den Teilnehmern alles abverlangen wird. "Was für eine Anlage", sagte der frühere Weltranglistenerste nach seiner ersten Trainingsrunde begeistert, "da gibt es eine Menge Löcher, um Birdies zu spielen. Aber auch eine Menge Löcher mit Katastrophenpotenzial. Das wird aufregend." (bez, sid, DER STANDARD, 12.6.2013)

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    Tiger Woods (37) ist von sich überzeugt.

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    In Ardmore hat es geschüttet, und also ist es gatschig. Die wahren Fans des Golfsports ficht das aber nicht an.

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