Wiener Bezirke 13, 18 und 19 fordern Anrainerparkplätze

11. Juni 2013, 16:56
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25 Prozent der Stellplätze sollen für Bezirksbewohner reserviert werden - Brief an Vassilakou - Stadt lehnt Ansinnen ab

Wien - In die Diskussion um das Parken in Wien kommt erneut Dynamik: Nun fordern die drei großen VP-geführten Flächenbezirke Döbling (19.), Hietzing (13.) und Währing (18.) die Schaffung von Anrainerparkplätzen. 25 Prozent der Stellplätze sollen künftig ausschließlich für Bezirksbewohner reserviert sein, forderten die Bezirksvorsteher der drei Bezirke am Dienstag in einem gemeinsamen Hintergrundgespräch mit ÖVP-Landesparteiobmann Manfred Juraczka. Das Parkpickerl wird hingegen weiterhin abgelehnt. Die Stadt wiederum erteilte den Wünschen der ÖVP eine Abfuhr.

Die drei Bezirke haben sich stets gegen die Einführung der flächendeckenden Kurzparkzone ausgesprochen. In Währing und Hietzing gab es dazu sogar eigene Umfragen, in denen die Ablehnung bekräftigt wurde. Allerdings hat die Ausdehnung der Parkraumbewirtschaftung auf andere Bezirke dazu geführt, dass es in den "pickerlfreien" Bezirken schwieriger wurde, einen Parkplatz zu finden.

Kennzeichnung müsste geschaffen werden

"Wir stellen nicht in Abrede, dass es in Teilen der Bezirke eine Parkplatzknappheit gibt", betonte Juraczka heute. Diese könne jedoch auch ohne "Abzocke" - also ohne kostenpflichtiges "Parkpickerl" - bekämpft werden. Konkret fordern die drei ÖVP-Bezirksvorsteher Adolf Tiller (19.), Karl Homole (18.) und Heinz Gerstbach (13.) Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou in einem offenen Brief auf, tätig zu werden und Parkplätze zu reservieren.

Ein Viertel aller Stellplätze im Bezirk soll laut dem Wunsch der Bezirkschefs nur für Bezirksbewohner benützbar sein, die dort kostenlos Parken dürften. Die Einrichtung solcher Stellplätze wäre laut Straßenverkehrsordnung möglich, hieß es. Tatsächlich gibt es solche in anderen Bezirken bereits. Allerdings: Dort gilt das Parkpickerl, also die Ausnahmeregelung für die Kurzparkzone, auch gleichzeitig als Nachweis dafür, dass man im Bezirk wohnt. Für Nicht-Pickerl-Bezirke müsste eine Kennzeichnung geschaffen werden, etwa eine spezielle Plakette, so der VP-Vorschlag.

Parkpickerl selbst keine Option

Die Anrainerparkplätze sollen etwa in der Nähe des Gürtels oder bei U-Bahn-Stationen eingerichtet werden. Würden 25 Prozent der öffentlichen Parkplätze als sogenannte Anwohnerparkplätze ausgeschildert werden, würde die Anzahl der parkenden Fahrzeuge um rund zehn Prozent reduziert, zeigten sich die ÖVP-Politiker überzeugt. Das Parkpickerl selbst ist keine Option, wie sie unisono betonten. Dieses sei in den meisten Teilen der betroffenen Bezirke sinnlos, versicherten sie.

Dass der Wunsch der schwarzen Bezirke erfüllt wird, ist unwahrscheinlich: Im Büro von Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou verwies man gegenüber der APA dazu ebenfalls auf die Straßenverkehrsordnung. In dieser sei nämlich geregelt, dass zuerst das "gelindere Mittel" angewendet wird, also im vorliegenden Fall die Einführung der Kurzparkzone. Erst auf Basis dieser seien Anrainerparkplätze möglich, betonte ein Sprecher. (APA, 11.6.2013)

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