Komplex "KTZ": Experte nach Insolvenzantrag bestellt

11. Juni 2013, 15:33
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Sachverständiger soll Überschuldung prüfen - Danach gegebenenfalls Insolvenzverfahren - Antrag von Minderheitseigentümer eingebracht - Blatt laut Mehrheitseigentümer verkauft

Das Landesgericht Klagenfurt hat am Dienstag wegen der "Kärntner Tageszeitung" einen Sachverständigen bestellt. In der Vorwoche hat der Minderheitseigentümer der BB & Partner Vermögens- und Liegenschaftsges. m. b. H. einen Konkursantrag gegen die Firma gestellt, der die KTZ laut Firmenbuch gehört. Der Experte soll überprüfen, ob eine Überschuldung des Unternehmens vorliegt. Danach wird gegebenenfalls ein Insolvenzverfahren eingeleitet, erklärte Wilhelm Waldner, Sprecher des Landesgerichts, am Dienstag.

Der Konkursantrag war von Minderheitsgesellschafter Hansjörg Berger gestellt worden. Er übte heftige Kritik an seinem bisherigen Partner, dem Unternehmer Dietmar Wassermann. Dieser habe eine ganze Reihe nicht nachvollziehbarer Entscheidungen getroffen und ihn seit der Übernahme der Mehrheit an der Gesellschaft zunehmend an den Rand gedrängt.

"KTZ in keinster Weise betroffen"

Wassermann hingegen argumentierte, dass die Tageszeitung Ende April von BB & Partner an die MS4 Consulting verkauft worden sei. Man könne daher bei dem Konkursantrag gegen BB & Partner nicht von der "Muttergesellschaft der 'Kärntner Tageszeitung'" sprechen. Dieser Verkauf wiederum wurde von Berger als rechtswidrig bezeichnet.

Wassermann erklärt neuerlich in einer "Klarstellung" via APA-OTS: "Vom Insolvenantrag gegen die BB&Partner GesmbH ist die KTZ in keinster Weise betroffen. Die Kärntner Tageszeitung ist juritisch eine eigenständige Firma und nicht mehr im Besitz der BB&Partner GesmbH."

Wassermann verneinte einen Großteil der Verbindlichkeiten: 90.000 Euro habe Berger (wie berichtet) an Provisionen nachverrechnet. Wassermann bestreitet die Forderung. 80.000 Euro Verbindlichkeiten würden gegenüber der KTZ bestehen. Wassermann sieht diese als nicht rechtmäßig an, er wolle rechtlich dagegen vorgehen. 53.000 Euro resultierten aus einem von Berger aufgenommenen Bankkredit, Berger bürge dafür, Wassermann betrachtet das Geld als "Gesellschafterdarlehen", sagt er. (APA, red, 11.6.2013)

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