Vorarbeiten bei Semmering-Basistunnel

11. Juni 2013, 13:43
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Tunnel werden ab 2014 in Angriff genommen

Gloggnitz/Mürzzuschlag - Ein gutes Jahr nach dem Spatenstich für den Semmering-Basistunnel (SBT) zwischen Niederösterreich und der Steiermark sind die Vorarbeiten voll im Gang. Der erste Tunnelvortrieb ist 2014 im Fröschnitzgraben geplant, 2015 soll damit in Gloggnitz/NÖ und beim Zwischenangriff Göstritz begonnen werden, informierte das Projektteam der ÖBB bei einem Pressegespräch am Dienstag. 2022 soll der komplette Durchbruch des zweiröhrigen Tunnels erfolgen und Ende 2024 das 27,3 Kilometer lange Gesamtbauwerk fertiggestellt sein.

Zu den vorbereitenden Arbeiten gehören u.a. Hochwasserschutzmaßnahmen sowohl durch Rückhaltebecken als auch entlang der Gewässer. In Gloggnitz sind die ersten Ufermauern bereits fertig. Weiters entsteht der Portal-Voreinschnitt. Sämtliche Arbeiten würden gemäß (Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) einem Monitoring unterzogen, auch der Gestaltungsbeirat sei eingebunden, verwies Gerhard Gobiet vom Projektteam auf die sensible Landschaft. Er stellte aber auch klar, dass die zum Weltkulturerbe erklärte Bergstrecke ohne Tunnel die Anforderungen nicht mehr bestehen würde bzw. umgebaut hätte werden müssen, wodurch wiederum der Unesco-Status gefährdet gewesen wäre.

Deponiert

Das Aushubmaterial wird großteils deponiert, wodurch Abtransporte durch die Orte entfallen. Um den Baustellenverkehr in Maria Schutz/NÖ nicht vor dem Ort abwickeln zu müssen, werde auf Wunsch von Land und Gemeinde 2014 eine temporäre Umfahrung errichtet. In Spital am Semmering/Steiermark wurde bereits die Trinkwasserversorgungsanlage adaptiert, was Voraussetzung für die Errichtung der Baustraße Steinhaus gewesen sei.

Durchschnittlich 65 Mitarbeiter sind derzeit in Gloggnitz eingesetzt. "Wir bekommen Rückhalt und Unterstützung in der Region", unterstrich Gobiet. In der Vergangenheit hatten sich bekanntlich einige Gegner des Jahrzehnte umstrittenen Projekts formiert. U.a. mit Einsprüchen bekämpft wurde der Tunnelbau von der Organisation "Alliance for Nature". Diese hatten allerdings, wie heute nochmals erklärt wurde, keine aufschiebende Wirkung. Man habe alle erforderlichen positiven Bescheide bis auf einen Wasserrechtsbescheid im teilkonzentrierten UVP-Verfahren, dieser sei im Herbst zu erwarten, verwies Gobiet auf den diesbezüglichen positiven Bescheid erster Instanz durch das Land Steiermark.

Die Südbahn sei das zentrale Verbindungsglied auf der transeuropäischen Route von der Ostsee bis zur Adria - noch sei die Bergstrecke über den Semmering das Nadelöhr. Der Semmeringbasis-Tunnel soll nicht nur erhöhte Kapazitäten im Güterverkehr bringen, sondern auch eine um 30 Minuten kürzere Fahrzeit zwischen Wien und Graz. (APA, 11.6.2013)

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