"Bild" begrüßt Leserschaft in der kostenpflichtigen Zukunft

11. Juni 2013, 13:37
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Freemium-Modell mit einer überschaubaren Anzahl von kostenpflichtigen Inhalten gestartet

"Willkommen in der Zukunft" steht in großen Lettern auf der Startseite der "Bild"-Zeitung. Dramatik und Herzklopfen vermittelt das Video, in dem sich der Vorhang für das Bezahlmodell lüftet. Dahinter dreht sich die Weltkugel, dann ein Zoom auf Krisenherde wie Kongo und Afghanistan, schließlich in die "Bild"-Redaktion.

Das Springer-Blatt hat ein in der Branche viel beachtetes Freemium-Modell gestartet. Nachrichten sind mit 11. Juni weiterhin kostenfrei, für exklusive Geschichten, Interviews oder Hintergründe muss man hingegen ein digitales "Bildplus"-Abo lösen.

Schumi, Ozzy, Liebes-Horoskop

Was ist kostenpflichtig? "Der neue Schumi", ein Interview mit dem Formel-1-Fahrer Michael Schumacher. Ein Artikel über Babys, die als Lehrer an einer Schule arbeiten, ist mit dem "Bildplus"-Logo gekennzeichnet. Unter den Dienstagvormittag acht kostenpflichtigen Geschichten weiters der "Riesen-Zoff" bei "Wetten, dass..?", ein Medizin-Check, Reisetipps für Dublin, ein Interview mit Ozzy Osbourne und ein "Liebes-Horoskop". Mittag lockt schon Jan Josef Liefers mit einer Syrien-Reportage.

Kritik am Abo-Modell

Wer mehr über "die gefährlichste Mission" des "Tatort"-Schauspielers wissen will, muss sich registrieren und 0,99 Euro bezahlen. Nach der Einführungsphase gibt es Pakete von 4,99 bis 14,99 Euro. Ob es zwischen "Bild" und seiner Leserschaft knistert, bezweifelt Trendforscher Sven Jánszky. Im Branchenportal w&v kritisiert er, dass den Lesern ein "Bikinifoto der Kanzlerin" oder ein Bundesliga-Clip zwar etwas wert wäre. "Intelligenter Dummenfang" sei jedoch die Strategie, Fußball-Videos zusätzlich zum normalen Abo zu verkaufen.

In der Redaktion freute man sich Montagabend über die geglückte Umstellung und "eine neue Ära". "BILDplus ist nicht nur live - es funktioniert sogar!!!! Ohhh dieses Internetz - voller Wunder", twitterte Chefredakteur und Silicon-Valley-Heimkehrer Kai Diekmann. (sb, derStandard.at, 11.6.2013)

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