Ölbedarf steigt im zweiten Halbjahr

11. Juni 2013, 12:51
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Unsicherheit über Konjunkturentwicklung in Europa und den USA

Wien - Der weltweite Ölhunger wird heuer im zweiten Halbjahr wachsen, vor allem saisonal bedingt - davon geht wie viele andere Experten auch die Organisation Erdöl exportierender Staaten (OPEC) aus. Sie rechnet für das dritte und vierte Quartal mit einem täglichen Bedarf von jeweils mehr als 90 Mio. Fass, nach weniger als 89 Mio. Barrel pro Tag in den ersten beiden Vierteljahren. Wegen der schwachen Konjunktur gebe es aber Abwärtsrisiken, erklärte die OPEC am Dienstag in ihrem neuen Monatsbericht.

Darin verweist die Öl-Organisation auf etliche konjunkturelle Unsicherheitsfaktoren etwa für Europa als auch für die eigentlich auf Erholungskurs befindlichen USA. Den Bedarf an OPEC-Öl schätzt die Organisation selbst für das zweite Halbjahr auf durchschnittlich 30,5 Mio. Barrel pro Tag (mb/d); für das Gesamtjahr geht sie im Mittel von 29,8 mb/d aus, unverändert gegenüber dem vorigen Monatsbericht bzw. 0,4 mb/d weniger als 2012. Die gesamte Welt-Nachfrage sieht die OPEC heuer im Schnitt bei 89,65 Mio. Fass täglich, um 0,78 mb/d oder 0,88 Prozent mehr als im Vorjahr.

Nordamerikas Nachfrage stagniert

Der Ölbedarf Nordamerikas - immerhin 23,8 Mio. Fass pro Tag und damit mehr als ein Viertel der globalen Nachfrage - dürfte laut OPEC heuer stagnieren, jener Europas sogar leicht (auf 13,4 mb/d) sinken. Hohe Zuwächse erwartet werden dagegen für China (auf 10,1 mb/d) und "Other Asia" (auf 11,0 mb/d). Der tatsächliche weltweite Bedarf des ersten Quartals wurde jetzt nachträglich von 88,95 Mio. um 144.000 auf 88,81 Mio. Fass im Tagesschnitt nach unten revidiert.

Zuletzt haben die OPEC-Staaten nach Angaben von unabhängigen Quellen im Mai inklusive Irak 30,57 Mio. Fass täglich produziert, ohne Irak 27,45 mb/d, heißt es im Monatsbericht. Die führende Fördernation Saudi-Arabien brachte es dabei auf durchschnittlich 9,37 Mio. Fass täglich, gefolgt vom Irak mit 3,12 Mio., Kuwait mit 2,84 Mio., dem Iran mit 2,64 Mio. und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) mit 2,73 Mio. Fass im Tagesschnitt. Venezuela förderte demnach im Mai 2,35 Mio. Barrel/Tag.

Die nächste ordentliche OPEC-Ölministerkonferenz ist für 4. Dezember geplant. Beim letzten Treffen, Ende Mai in Wien, hatten sich die Minister wie erwartet darauf geeinigt, das tägliche Förderlimit von rund 30 Mio. Barrel pro Tag nicht zu verändern. (APA, 11.6.2013)

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