Dax-Vorstände: BASF-Chef am verständlichsten

11. Juni 2013, 08:20
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Viele seiner Kollegen reden Kauderwelsch und reden an den Aktionären vorbei. Kurt Bock hingegen spricht Klartext

Stuttgart - BASF-Chef Kurt Bock drückt sich von allen 30 Vorstandsvorsitzenden von Dax-Unternehmen am verständlichsten aus. Das ist das Ergebnis einer Studie der Universität Hohenheim. Auf einer Skala von 0 für so verständlich wie eine Doktorarbeit bis 10 für so verständlich wie Radio-Nachrichten schaffte es Bock mit seiner diesjährigen Rede zur BASF-Hauptversammlung auf 7,4 Punkte.

Als einer der verständlichsten Topmanager gilt weiterhin Deutsche-Telekom-Chef René Obermann. Mit 7,3 Punkten erreichte der Vorjahreserste demnach in diesem Jahr Rang zwei. Platz drei belegt der RWE-Vorstandsvorsitzende Peter Terium (6,9), wie die Wissenschafter weiter mitteilen. Am unverständlichsten redeten demnach der Vorstandschef der Deutschen Börse, Reto Francioni (1,3), Linde-Chef Wolfgang Reitzle (1,4) und der Chef von Deutsche Post DHL, Frank Appel (1,6).

Analyse der Vorstandsreden

Zu dem Ergebnis kamen die Wissenschafter durch ihren sogenannten Verständlichkeitscheck. Dabei analysierten sie die Vorstandsreden der Jahreshauptversammlungen der Dax-Unternehmen. Sie überprüften dabei unter anderem den Abstraktheitsgrad, den Fremdwortanteil und die Satzkomplexität der Reden. Daraus ergab sich der Verständlichkeitsindex.

Im Durchschnitt habe sich die Verständlichkeit der Reden zwar verbessert, noch immer aber erreiche nicht einmal die Hälfte der Manager den mittleren Wert von fünf Punkten, kritisierten die Wissenschafter. Ihre Reden richteten viele Chefs vor allem auf Analysten und Wirtschaftsjournalisten aus, erklärte Frank Brettschneider, Hohenheimer Professor für Kommunikationstheorie. "Sie vergessen, dass sie auch in die breite Öffentlichkeit wirken können." Bei einigen entstehe der Eindruck, "als wäre die Rede auf der Hauptversammlung für sie nur ein lästiger Pflichttermin", bemängelte Brettschneider.

Die wesentlichen Verständlichkeitshürden sind den Wissenschaftlern zufolge Schachtelsätze, abstrakte Begriffe, zusammengesetzte Wörter und nicht erklärte Fachbegriffe. Zusammengenommen ergebe sich dann Kauderwelsch statt Klartext. (APA, 11.6.2013)

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    Kurt Bock findet klare Worte.

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