Glücksspiel: Frischer Wind

Kommentar10. Juni 2013, 18:09
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Die beiden eng mit der Politik verwobenen Rivalen Novomatic und Casinos Austria treten neuerlich gegeneinander an

Glücksspiel hat in Österreich wenig Rationales. Da wird gegen das Gamblen am Automaten gewettert, obwohl das große Geschäft längst im Internet stattfindet, in dem Lizenzen kaum eine Rolle spielen. Da wird Alfred Gusenbauer wegen seiner Tätigkeit im Novomatic-Aufsichtsrat attackiert, während der indirekte Staatsanteil bei Casinos Austria oder Hannes Androschs Aktivitäten beim Online-Riesen Bwinparty keinen Anlass für Diskussionen geben.

Nun treten die beiden eng mit der Politik verwobenen Rivalen Novomatic und Casinos Austria neuerlich gegeneinander an: Es geht um die zusätzlichen Kasinolizenzen Nummer 13 bis 15 in Wien und Niederösterreich. Das sogenannte Stadtpaket haben die Casinos bereits verteidigt, die Standorte am Land sind noch nicht vergeben. Nebstbei konnte sich Novomatic bei mehreren von den Bundesländern für Spielhallen erteilten Konzessionen durchsetzen.

Böse Zungen behaupten, dass Novomatic die drei neuen Kasinos übernimmt, Casinos ihre zwölf bestehenden Spielstätten sicher sind. Mit den drei neuen Lizenzen wird es spannend: Rund um Century Casinos und ein schweizerisch-deutsches Konsortium haben sich zwei Interessenten beworben, deren Konzepte erst einmal überboten werden müssen. Auch wenn man davon ausgehen möchte, dass der Zuschlag auf objektiven Kriterien beruhen wird: Frischer Wind kann der Entscheidungsfindung nur guttun. (Andreas Schnauder, DER STANDARD, 11.6.2013)

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