Moderner Mensch kam erst vor 50.000 Jahren nach Asien

10. Juni 2013, 21:00
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Forscher bewerteten genetische und archäologische Funde neu

London - Eine Hypothese besagt, dass der Homo sapiens schon vor mehr als 75.000 Jahren aus Afrika aufgebrochen sei, um den Süden Asiens zu besiedeln. Ein Anhaltspunkt dafür: Zu diesem Zeitpunkt ist der Toba-Supervulkan auf der indonesischen Insel Sumatra ausgebrochen, die stärkste Eruption der vergangenen zwei Millionen Jahre. Steinwerkzeuge, die die Vulkanasche begrub, wurden dem Homo sapiens zugeordnet.

"Höchst unwahrscheinlich", sagen Forscher um Paul Mellars von der University of Cambridge, die nun genetische und archäologische Funde im Fachjournal "PNAS" neu bewerteten. Genetische Merkmale, die heute alle Menschen auf der Erde aufweisen, seien erst später - nach dem Ausbruch des Vulkans - in Ostafrika entstanden. Moderne Steinwerkzeuge und mit Symbolen verzierte Klingen oder Eierschalen mit feinen Gravuren tauchten frühestens 25.000 Jahre nach dem Ausbruch Tobas in Asien auf. Ähnliche Werkzeuge sind aus einer früheren Zeit aus Süd-, Zentral- und Ostafrika bekannt.

Der Homo sapiens habe den Forschern zufolge Afrika erst nach dem Toba-Ausbruch verlassen und besiedelte Südasien vor etwa 50.000 bis 60.000 Jahren. Frühere Spezies der Gattung Homo, die bereits vor 1,9 Millionen Jahren ausgewandert waren, wurden vom Homo sapiens verdrängt. Die asiatischen Funde sollen von diesen ausgestorbenen Ureinwohnern stammen. (dpa, pum, DER STANDARD, 11.6.2013)

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