Raiffeisen verlässt Moser-Medien

10. Juni 2013, 17:55
5 Postings

Raiffeisen verkaufte knapp 15 Prozent an "TT"-Mutter und "Rundschau" - Erben finanzierten Deal

Es wird ernst mit dem Abschied von Raiffeisen Oberösterreich aus einem der größten Medienkonzerne des Landes: Darauf deutet eine Anzeige bei der Wettbewerbsbehörde hin.

Die Innsbrucker Moser Holding um den regionalen Marktführer "Tiroler Tageszeitung" soll vorerst wieder komplett den Erben des Gründers Joseph Stephan Moser gehören. Sie übernehmen nach Informationen des STANDARD nun auch die Anteile von Raiffeisen Oberösterreich an der Nummer vier in der heimischen Medienbranche.

Die Moser Holding AG ("Tiroler Tageszeitung") übernahm die "Oberösterreichische Rundschau" 2008 von Raiffeisen Oberösterreich, der ÖVP ob der Enns und einem bayerischen Investor. Der teure Ausflug nach Oberösterreich belastete und belastet die Holding über Jahre. Nun zeigt die Mutterfirma der Moser Holding AG, die JS Moser Medienbeteiligung GmbH, der Wettbewerbsbehörde an, sie wolle die "Rundschau" komplett übernehmen. Dort hält eine Firma von Raiffeisen Oberösterreich vorerst noch drei Prozent.

Mit dem Kauf der "Rundschau" 2008 kam auch Raiffeisen an Bord der Moser Holding: mit 14,63 Prozent und einer Verkaufsoption für das Jahr 2013 zu kolportiert rund 50 Millionen Euro. Der Rückkauf soll nun fixiert sein. Wenn die Behörden zustimmen.

Der Schweizer Wirtschaftsanwalt Ernst Buob verwaltet das Erbe des 1993 gestorbenen Gründers für dessen Nachkommen. Er rief am Montag nicht zurück. Die Erben finanzieren den Rückkauf nun offenbar, statt wie zunächst erwartet auf die Hausbank BTV zurückzugreifen und diese zu beteiligen. Ein späterer Weiterverkauf gilt als nicht ausgeschlossen.

Styria-Daten

Als logischer Interessent für Moser-Anteile gilt die Styria ("Kleine Zeitung", "Die Presse"). Unter deren früherer Führung scheiterte 2009 eine Fusion der Regionalmedien von Styria und Moser Holding. Derzeit gebe es keine Gespräche oder Verhandlungen, hieß es zuletzt Styria-intern.

Die Styria, Österreichs drittgrößter Medienkonzern, hat nun Daten für 2012 übermittelt: Der Umsatz (nach Beteiligungshöhen anteilig gerechnet) sank von 465 auf 437,2 Millionen. Hier geht es zur aktualisierten Übersicht. (fid, DER STANDARD, 11.6.2013)

Share if you care.