Erste UN-Soldaten kommen am Mittwoch vom Golan heim

10. Juni 2013, 17:04
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Österreicher ziehen vorerst Logistiker ab und halten den Dienst aufrecht - USA kritisieren Entscheidung

Wien/Damaskus - Die ersten österreichischen UNO-Soldaten werden am Mittwoch von den Golanhöhen abrücken und voraussichtlich am Abend in Wien-Schwechat landen. Das bestätigte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Montag. Die verbleibenden Soldaten werden ihren Dienst in der Pufferzone vorerst aufrechterhalten.

Dass die Heimreise der ersten Soldaten nicht wie ursprünglich geplant am Dienstag erfolgt, ist laut Ministeriumssprecher Michael Bauer keine Verzögerung, sondern einer ordnungsgemäßen Räumung der Arbeitsplätze inklusive der umweltgerechten Entsorgung von Materialien wie etwa Altöl geschuldet, die mehr Zeit benötige als die ursprünglich für den 11. Juni vorgesehene Personalrotation.

Die von den österreichischen Blauhelmen gehaltenen Beobachtungsposten bleiben laut Bauer vorerst im Sinn des UN-Auftrags besetzt, jene Soldaten, die am Mittwoch heimkehren, waren hauptsächlich für Logistik - Betankung, Post - zuständig und in den beiden größeren UN-Camps stationiert.

"Enttäuscht"

Nach Israel üben nun auch die USA Kritik am Abzug. "Ich muss sagen: Die Ankündigung Österreichs, seine Soldaten zurückzuholen, hat mich enttäuscht", erklärte der US-amerikanische Botschafter in Wien, William Eacho, am Montag gegenüber der "Presse". "Österreich sollte seine Entscheidung noch einmal überdenken."

Die Lage am Golan habe sich verändert. Deswegen brauche die UNO auch ein stärkeres Mandat, sagte Eacho. "Österreich hätte in der UNO eine breitere Diskussion über eine bessere Bewaffnung und Ausrüstung der Soldaten am Golan führen müssen. Ein Rückzug hilft niemandem, weder Österreich noch der UNO." (APA, 10.6.2013)

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