Bisher ausgeklügeltster Android-Trojaner aufgetaucht

10. Juni 2013, 10:54
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Nutzt mehrere zum Teil bisher unbekannte Lücken - Kann sich per Bluetooth weiterverbreiten und ferngesteuert werden

Der Sicherheitsdienstleister Kaspersky hat einen neuen Android-Trojaner aufgespürt, der zeigt wie rasch sich auch dieser Bereich weiterentwickelt: Backdoor.AndroidOS.Obad.a kann zum Teil deutlich mehr als bisherige Android-Trojaner, und erinnere in seiner Komplexität eher schon an Windows-Schädlinge, wie das Unternehmen betont.

Trickreich

Obad versucht eine Reihe von - zum Teil bislang unbekannten -  Lücken auszunutzen, um seine Rechte auszuweiten, ohne dass es die NutzerInnen bemerken. Durch einen Fehler in Android kann es dabei sogar die eigene Deinstallation verhindern, sowie auf manchen Geräten Root-Rechte erlangen. Zudem ist der Trojaner verschlüsselt, um sein Vorhandensein in einer App zu verschleiern.

Flexibel

In Fragen Schadfunktionen gibt sich Obad flexibel: Er kann Malware-Routinen nachladen, sich per Bluetooth weiterverbreiten, übernommene Systeme sind per Malware fernsteuerbar und es können Infos über das infizierte Smartphone (etwa zu Kontakten oder installierten Apps) abgefragt und an einen Server verschickt werden. Auch das Verschicken von Premium-SMS - eine "beliebte" Form des Betrugs, der Google allerdings in aktuellen Android-Versionen einen Riegel vorgeschoben hat, ist möglich.

Noch wenig verbreitet

Trotz dieser weitreichenden Funktionen ist Backdoor.AndroidOS.Obad.a laut Kaspersky bisher noch nicht sonderlich weit verbreitet. Die Verteilung von mit Schadsoftware infizierten Apps passiert primär jenseits des offiziellen Play Stores, die wichtigste Schutzmaßnahme ist es also auf Apps aus unbekannten Quellen zu verzichten. (apo, derStandard.at, 10.06.13)

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    screenshot: kaspersky
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