IWF will weiteren Haircut für Griechenland

10. Juni 2013, 12:08
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Geldgeber-"Troika" setzt Kontrollen in Athen fort - Freigabe von weiteren 3,3 Milliarden Euro steht an

Athen - Zwischen den Griechenland-Rettern bahnt sich offenbar ein handfester Konflikt an. Der Internationale Währungsfonds (IWF) erhöhe den Druck auf die Staaten der Eurozone, noch in diesem Jahr einen weiteren Schuldenerlass auf den Weg zu bringen, berichtete der "Spiegel" unter Berufung auf Experten der internationalen Organisation in New York. Anders lasse sich die Finanzierungslücke von 4,6 Milliarden Euro für 2014 nicht schließen. Mit solch einer Forderung würde der IWF unter Leitung der Französin Christine Lagarde auf Konfrontationskurs zu Deutschland, dem größten Geberland der bisherigen Rettungspakete, gehen.

Troika sehtz Kontrollen fort

Die "Troika" der internationalen Geldgeber, der auch der IWF angehört, setzt unterdessen ihre Kontrollen in Griechenland fort. Am Montag wollen sich die Chefs der Experten von EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und IWF mit dem wichtigen Thema der Entlassungen im staatlichen Bereich sowie mit dem Werdegang des Konsolidierungsprogramms befassen.

Wie aus Kreisen des Finanzministeriums zu hören war, sollen die Kontrollen bis zum 20. Juni dauern. Es geht um die Freigabe einer weiteren Tranche in Höhe von 3,3 Mrd. Euro für das pleitebedrohte Euro-Land.

Im griechischen Finanzministerium herrscht Optimismus, dass es diesmal keine größeren Probleme geben werde. Athen will seinerseits die Genehmigung der Geldgeber erhalten, die Mehrwertsteuer im Bereich Gastronomie von derzeit 23 Prozent auf 13 Prozent zu senken. Dies würde nach Ansicht Athens den wichtigen Tourismusbereich in Griechenland stärken.

Die Zeit drängt auch bei der geforderten Verkleinerung des öffentlichen Dienstes. Bis Ende Juni sollen 2.000 Staatsbedienstete gehen. Bis Ende des Jahres sollen weitere 2.000 folgen. Insgesamt müssen bis Ende nächsten Jahres 15.000 Staatsbedienstete entlassen werden. Athen plant nach Informationen aus Kreisen des Finanzministeriums, um einen kleinen Aufschub bei den Entlassungen der ersten 2.000 Staatsbediensteten bis September zu bitten. Damit sollen soziale Spannungen mitten in der Tourismus-Saison vermieden werden.

Deflation dauert an

Griechenland rutscht wegen der andauernden schweren Wirtschaftskrise weiter in die Deflation. Im Mai seien die Verbraucherpreise gemessen am Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) im Jahresvergleich um 0,4 Prozent gesunken. Auch im April hatte es eine Deflation von 0,6 Prozent gegeben. Dies teilte am Montag die Statistikbehörde Elstat in Athen mit. (APA, 10.6.2013)

  • Proteste begleiten die griechische Krise von Anfang an.
    foto: epa/orestis panagiotou

    Proteste begleiten die griechische Krise von Anfang an.

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