Stronach korrigiert Lugar: Gewerkschaften sind wichtig

10. Juni 2013, 08:24
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Frank Stronach: "Habe nie gesagt, man braucht keine Gewerkschaften"

Frank Stronach peift seinen Klubchef Robert Lugar - der während seiner Abwesenheit als sein Sprachrohr fungiert - in der Gewerkschafts-Kritik zurück. Er habe nie gesagt, dass man die Gewerkschaften nicht brauche, sagte Stronach am Sonntag in der ORF-Reihe "Im Zentrum".

"Die Gewerkschaften sind wichtig", meinte Stronach. Aber sie seien überverwaltet, hätten "Paläste" und müssten sich ändern. Allerdings sagte Stronach nicht, was geändert werden sollte am sozialpartnerschaftlichen System Österreichs.

Lugar: "Die Gewerkschaften brauchen wir nicht"

Dass Stronach auf die Gewerkschaften losgehe, hatte die "Kronen Zeitung" am 24. Mai geschrieben. Wobei der Milliardär selbst nur damit zitiert wurde, dass "keine Regierung, keine Gewerkschaft Arbeitsplätze garantieren" könne. Aber die "Krone" fragte bei Team-Stronach-Klubchef Lugar nach, ob das so zu verstehen sei, dass Stronach die Gewerkschaft auflösen wolle. Und dieser sagte: "Frank sieht das so: Die Gewerkschaften brauchen wir nicht - er sorgte ja als Unternehmer immer selbst gut für seine Mitarbeiter", ergänzt von eigenen Angriffen auf die Gewerkschaft.

In den Tagen darauf doppelte Lugar noch nach und forderte schließlich, die Sozialpartner auf Arbeiterkammer und Wirtschaftskammer zu reduzieren, also auf die Gewerkschaften und die Landwirtschaftskammer zu verzichten.

Stronach: "Habe nicht mitgelesen"

Er habe diesen Vorschlag nicht gemacht, sagte Stronach dazu am Sonntag. Er lasse "alle sprechen, ich binde keinen Maulkorb um" - und er habe nicht mitgelesen, denn "ich war nicht da", antwortete er auf die Frage, ob er Lugars Meinung denn nicht teile. Aber letztlich gelte, was er sage, "ich vertrete das Team Stronach". Und: "Ich lege die Regeln fest, und ich habe immer gesagt, dass die Gesellschaft ausbalanciert sein muss und es Arbeitervertretungen geben muss."

Kritik an der Gewerkschaft hatte er allerdings anzubringen: Sie nehme den Arbeitern 200 Millionen Euro ab, die Verwaltung sei zu groß, wie Österreich überhaupt überverwaltet sei. Alle müssten sich ändern, wichtig sei, wie man Arbeitsplätze schaffen und erhalten könne.

Foglar: Freiwillige Mitgliedschaft, keine Paläste

Das konnte ÖGB-Präsident Erich Foglar nicht unwidersprochen lassen: Die 200 Millionen Euro seien die Mitgliedsbeiträge der 1,2 Millionen freiwilligen Mitglieder, die Gewerkschaft habe keine "Paläste", sondern normale Bürogebäude - und das meiste, was sie ausgebe, gebe sie für die Mitglieder aus.

Stronach bezweifelte die Freiwilligkeit - und auf Foglars Widerspruch, dass es keine Zwangsmitgliedschaft gebe, schwenkte er auf Kritik an der Parteibuchwirtschaft um. Es sei "umheimlicher Druck da ... In Niederösterreich musst du ein schwarzes Parteibuch haben, in Wien ein rotes, sonst kommst du nicht weiter."

Was genau geändert werden müsste an Gesetzen zur Gewerkschaft, konnte Stronach auf Anhieb nicht sagen. Alles müsse durchleuchtet werden, und er bot an, eine Beratungsfirma zu bezahlen, die erheben soll, um wie viel man die Gewerkschaft reduzieren könnte. Danach griff Stronach auch noch die Wirtschaftskammer an: Sie sei ein "Machterhaltungsnetzwerk" und diene der "Freunderlwirtschaft". (APA, 10.6.2013)

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    Frank Stronach hat nicht mitgelesen, denn "ich war nicht da". Während des Kanada-Aufenthalts des Parteichefs hatte Klubchef Robert Lugar die Gewerkschaften für unnötig erklärt.

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