Grazer Startup will Online-Etiketten im Einzelhandel etablieren

9. Juni 2013, 10:18
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Elektronische Etiketten seien unerlässlich für die Kombination aus Internet- und Ladenverkauf

Wer kennt das nicht - im Werbeprospekt eines Einzelhändlers einen günstigen Aktionspreis entdeckt und im Geschäft ist dann plötzlich der alte Preis ausgelobt. Das soll künftig der Vergangenheit angehören, wenn es nach dem Grazer Start-up Imagotag geht. Die Grazer bieten Regaletiketten an, die online upgedatet werden können - und haben dafür schon namhafte Kunden wie Billa und Mediamarkt gewonnen. Ein Jahr nach dem Start ist Imagotag laut Gründer und Co-Geschäftsführer Michael Moosburger bereits in den schwarzen Zahlen.

Pönalezahlungen

In Frankreich sei die elektronische Auspreisung bei der Hälfte der Regale des Einzelhandels bereits der Standard. Der Treiber seien hier Pönalezahlungen gewesen, die die Händler leisten müssen, wenn Etiketten- und Kassapreis nicht übereinstimmen. Dies sei bei den elektronischen Etiketten nicht möglich, da hier der Preis in ein einheitliches Warenwirtschaftssystem eingespeist werde, erklärte Moosburger im Gespräch mit der APA. Genutzt werde es auch von Ländern mit hoher Inflation und hohem technologischen Standard, wie etwa in Südafrika.

Keine Batterien mehr

Weltweit gebe es nur drei Mitbewerber, wobei sich Moosburger als Technologieführer sieht. Er verweist auf die neueste Generation seiner elektronischen Etiketten, die keine Batterie mehr benötigen, sondern in deren Rahmen sich Photovoltaik-Elemente befinden, die extra auf künstliches Licht abgestimmt sind. Derzeit kostet ein kleineres Etikett acht bis zehn Euro, Ziel sei es, auf einen Preis von fünf Euro zu kommen. Dies sei eine Frage der produzierten Stückzahl. Zum Vergleich: Ein Papieretikett kostet 50 bis 80 Cent pro Preisänderung.

Preiskampf anheizen

Befürchtungen, wonach es dann auch bei Billa und Co täglich Preissprünge wie an den Tankstellen geben und im Endeffekt der Kunde teurer als geplant einkaufen könnte, versucht Moosburger zu zerstreuen. Vielmehr würden die Etiketten den Preiskampf anheizen. Er verweist auf das Zusammenwachsen von Onlinehandel und Shopgeschäft, hier sei es sehr wichtig, dass auch die Läden schnell auf neue Preissenkungen im Internet reagieren könnten.

International tätig

Imagotag wurde im Jahr 2010 von Moosburger und Andres Rössl gegründet und hat mittlerweile knapp 20 Mitarbeiter, die im Vorjahr einen Umsatz von 6 Millionen Euro erzielt haben. Das Unternehmen ist bereits international tätig, unter anderem in den USA. Ein Börsengang ist derzeit nicht angedacht, einem strategischer Partner für den internationalen Vertrieb sei man aber nicht abgeneigt. (APA, 9.6.2013)

  • Das Startup Imagotag will mit seinen Etiketten den Preiskampf anheizen
    foto: imagotag

    Das Startup Imagotag will mit seinen Etiketten den Preiskampf anheizen

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