Assange sorgt sich um Informanten in US-Geheimdienstaffäre

7. Juni 2013, 20:34
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Wikileaks-Gründer vermutet juristisches Vorgehen wie im Fall Manning

Wikileaks-Gründer Julian Assange macht sich Sorgen um den Informanten, der die jüngste Affäre um Überwachungsprogramme der US-Geheimdienste ins Rollen gebracht hat. Es sei denkbar, dass der Informant in einigen Jahren "in genau der selben Lage sein wird, in der sich Bradley Manning jetzt befindet", sagte Assange am Freitag dem US-Fernsehsender CBS. Manning steht derzeit vor einem US-Militärgericht, weil er mit der Weitergabe von hunderttausenden Geheimdokumenten an Wikileaks Feinden der USA geholfen haben soll. Ihm droht lebenslange Haft.

Assange kritisierte die Geheimhaltung der umfassenden Überwachungsprogramme von US-Nachrichtendiensten, die jetzt durch die Weitergabe von Informationen an die Zeitungen "Washington Post" und "Guardian" enthüllt wurden. "Natürlich müssen Regierungen alles Mögliche machen. Aber wenn es richtig gemacht wird, dann gibt es ein Gesetz und die Bürger kennen es auch", sagte Assange.

"Um zu verstehen, was wirklich vor sich geht"

Zwar müsse nicht jedes Detail der Vorschriften veröffentlicht werden, sagte der 41-jährige Australier. Doch es müssten genug Grundzüge bekannt gemacht werden, "um zu verstehen, was wirklich vor sich geht". Es müsse außerdem möglich sein, derartige Gesetze vor öffentlichen Gerichten zu überprüfen.

Der "Washington Post" und dem britischen "Guardian" wurde nach eigenen Angaben ein geheimes Dokument zugespielt, demzufolge der US-Geheimdienst NSA und die Bundespolizei FBI direkt auf Serverdaten großer Internetkonzerne wie Google und Facebook zugreifen dürfen. Damit könnten sie die Internetaktivitäten von Nutzern überwachen. Laut "Post" gab ein US-Geheimdienstmitarbeiter die Informationen weiter.

Assange äußerte sich zu dem Fall von der ecuadorianischen Botschaft in London aus. Dort hält er sich seit fast einem Jahr auf, um seiner Auslieferung nach Schweden zu entgehen, wo ihm der Prozess wegen Vergewaltigung gemacht werden soll. Assange fürchtet, dass er letztlich an die USA ausgeliefert und dort zum Tode oder zu lebenslanger Haft verurteilt werden könnte. (APA, 7.6.2013)

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