Hochwasser-Betroffene: Bezahlte Auszeit oder Urlaub?

7. Juni 2013, 16:32
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Ausgefallene Arbeitszeit sei auf jeden Fall zu bezahlen, wenn der Arbeitnehmer zwar bereit sei zu arbeiten, aber nicht in die Firma kommen kann, so die Arbeiterkammer

Das Hochwasser und seine Auswirkungen ziehen weite Kreise. Viele Arbeitnehmer sind verunsichert, wie mit ihren Arbeitszeitausfällen umgegangen wird. Denn viele Betroffene können derzeit nicht arbeiten - entweder, weil ihr Zuhause überflutet wurde und sie mit Aufräumarbeiten belastet sind, weil der Arbeitsplatz wegen des Hochwassers nicht erreichbar ist, weil ihre Firma zugesperrt ist oder weil sie als Angehörige der Freiwilligen Feuerwehren seit Tagen im Katastrophen-Hilfseinsatz sind. Bei der Rechtsberatungs-Hotline der Arbeiterkammer Oberösterreich können arbeitsrechtliche Fragen zur Hochwasserkatastrophe geklärt werden.

"Viele Ratsuchende berichten uns, dass ihr Arbeitgeber von ihnen verlangt, sich für die ausgefallene Arbeitszeit Urlaub oder Zeitausgleich zu nehmen", so AK-Präsident Johann Kalliauer in einer Aussendung. "In vielen Fällen handelt es sich aber eindeutig um Gründe für Dienstverhinderungen." Arbeitsrechtlich sei der Sachverhalt nämlich nicht immer ganz eindeutig: Ausgefallene Arbeitszeit sei auf jeden Fall zu bezahlen, wenn der Arbeitnehmer zwar bereit sei zu arbeiten, aber nicht in die Firma kommen kann, weil sie wegen des Hochwassers nicht erreichbar ist oder überhaupt zugesperrt ist. Das gelte für alle Beschäftigten, egal ob Arbeiter oder Angestellter, so die AK.

Ersatz aus Katastrophenschutzfonds

Weniger eindeutig sei die Rechtslage bei Freiwilligen von Katastrophenhilfsdiensten, wie zum Beispiel der Freiwilligen Feuerwehr oder des Roten Kreuzes: Angestellte, die aufgrund ihres Hilfseinsatzes nicht arbeiten können, bekommen ihr Gehalt weiter. Bei Arbeitern sei das nicht garantiert, da hänge es vom jeweiligen Kollektivvertrag ab. Besteht wirklich kein Anspruch auf Bezahlung der ausgefallenen Zeit, könne man sich an die Gemeinde wenden: Entfallene Löhne und Gehälter können vom Katastrophenschutzfonds ersetzt werden.

Laut AK gibt es auch spezielle Regelungen bei Feuerwehrleuten: Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren seien ja verpflichtet, am Einsatz teilzunehmen. Damit handle es sich eindeutig um einen Dienstverhinderungsgrund. Also seien bei Angestellten die Arbeitgeber verpflichtet, die Löhne und Gehälter in dieser Zeit weiter zu bezahlen, bei Arbeitern müsse der Einzelfall geprüft werden.

Auch die Arbeitgeber bekommen nach dem Katastrophenschutzgesetz einen Teil der Lohnkosten ersetzt, informiert die AK. (red, derStandard.at, 7.6.2013)

Die Rechtsexperten der AK stehen für telefonische Auskunft zur Verfügung unter der Telefonnummer 050/6906-1, per E-Mail unter rechtsschutz@akooe.at.

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Arbeiterkammer Oberösterreich

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