"14": Der Erste Weltkrieg aus Tagebuch-Perspektive

7. Juni 2013, 15:03
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Doku-Fiction-Serie wird aktuell in Straßburg und Kanada gedreht - Ausstrahlung für Frühjahr 2014 geplant

Wien/Straßburg - Die Geschichte des Ersten Weltkriegs aus 14 sehr persönlichen Sichtweisen: Mit diesem Konzept versucht eine internationale Fernsehproduktion die Gräuel von 1914 bis 1918 aus einer "multinationale Perspektive" zu fassen. Das Projekt, das federführend von Arte konzipiert und mit dem ORF als Koproduktionspartner derzeit u.a. in Straßburg realisiert wird, soll im Frühjahr 2014 ausgestrahlt werden. "Es geht darum, was dieser Krieg in Europa und der Welt mit den Menschen angerichtet hat", beschreibt der zuständige ORF-Redakteur Gerhard Jelinek den Fokus.

Der Titel "14 - Tagebücher des Ersten Weltkriegs" nimmt dabei die Geschichte vorweg: Ausgehend von einer Fülle an Material hat sich das Produktionsteam letztlich für 14 Tagebücher entschieden, die als Doku-Fiction-Serie die Ausmaße des Krieges fassbar machen sollen. Die Protagonisten reichen dabei von der Schriftstellerin Käthe Kollwitz über die schottische Krankenschwester Sarah MacNaughton bis zu dem zu Kriegsbeginn zehnjährigen Buben Yves Congar. "Damit sollen verschiedenste Aspekte des Menschlichen gezeigt werden", so Jelinek.

Geschichte aus Österreich

Auch eine österreichische Perspektive fließt mit ein: Karl Kasser, 1889 in einer niederösterreichischen Bauernfamilie geboren, wird "ohne jede Begeisterung" (Jelinek) eingezogen und an der Front bald verwundet. Erst in den späten 1920er-Jahren kehrt er nach Österreich zurück. Seine Sehnsucht nach der Heimat sei ein Beispiel dafür, wie in der Serie nicht Militärgeschichte nacherzählt, sondern stärker auf Gefühle gesetzt werde. "Im Idealfall soll sie klarmachen: Angst haben alle gehabt."

Regie bei der Produktion, an der auch die ARD und weitere Sender beteiligt sind, führt Jan Peter. Gedreht wird aktuell in einem alten Jugendstilbad sowie einer Tabakfabrik in Straßburg, danach steht eine Reise nach Kanada an, wo Sequenzen der Ostfront nachgestellt werden. Neben neu gedrehten Szenen wird aber auch umfangreiches Archivmaterial zum Einsatz kommen. "Da bemüht man sich darum, hauptsächlich unbekannte Sachen zu verwenden", so Jelinek. Auf der Suche danach wurde man auch im Österreichischen Filmmuseum fündig.

"Ich finde es absolut notwendig, dass Österreich hier als aktiver Partner dabei ist und nicht nur Käufer eines fertigen Produkts", resümiert Jelinek das Engagement des ORF. "In der ursprünglichen Konzeption wären wir gar nicht vorgekommen." Ausgestrahlt wird das knapp 6 Mio. Euro teure Projekt in zwei verschiedenen Versionen: Während Arte acht Episoden zu je 52 Minuten zeigen wird, setzen ORF und ARD auf eine vierteilige Fassung zu je 45 Minuten. (APA, 7.6.2013)

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