Warum der Google Reader wirklich eingestellt wird

9. Juni 2013, 11:32
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Ab 1. Juli ist Googles RSS-Reader Geschichte – Nutzer sollen ihre Nachrichten über Google Now oder Google+ beziehen

Das Ende des Google Readers rückt näher. Am 1. Juli stellt das Unternehmen den Dienst ein - unter heftigen Protesten der NutzerInnen. Die offizielle Begründung: die Nutzung des RSS-Readers habe in den letzten Jahren immer stärker abgenommen. Es gibt aber noch einen weiteren Hintergrund. Die Art wie News konsumiert werden ist heute anders als 2005, als der Reader gestartet wurde und Google will seine anderen Produkte damit stärker in den Vordergrund rücken.

Neue Art der Mediennutzung

Der Konsum von Nachrichten sei mittlerweile ein nahezu ständiger Prozess, sagt Richard Gingras, Senior Director von News & Social bei Google zu Wired. Mit Smartphones und Tablets würden News in kleinen Happen über den gesamten Tag verteilt gelesen anstatt zum Frühstück oder am Abend. RSS-Reader würden noch diesem alten Modell folgen.

Google Now und Google+

Zwar gibt es auch für RSS-Reader mobile Apps, doch dieser Zugang ist passiver als etwa bei Googles neueren Diensten Google Now und Google+. Der Konzern will auf jeden Nutzer abgestimmte Nachrichten mit den aktuell für ihn relevanten Informationen zum richtigen Zeitpunkt über alle Produkte bzw. Kanäle zu spielen. Wer beispielsweise am Weg zur Arbeit Nachrichten über Politik bevorzugt, soll von Google Now diese genau zu diesem Zeitpunkt angezeigt bekommen. Bei Google+ lernt der Konzern etwa über 1+-Klicks.

Alternativen

Wer das nicht will und weiterhin den "alten" Weg des RSS-Readers bevorzugt, kann auf andere Dienste umsteigen, die nun um Google-Reader-User buhlen. Bei Feedly bereitet man sich schon intensiv auf den 1. Juli vor.  (red, derStandard.at, 7.6.2013)

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    Ab 1. Juli ist der Google Reader Geschichte.

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