Initiative für mehr Menschlichkeit in Asylpolitik gegründet

7. Juni 2013, 13:43
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NGOs und Prominente fordern Zugang zum Arbeitsmarkt und zu Schulbildung

Wien - NGOs und Prominente starten eine gemeinsame "Initiative gegen Unmenschlichkeit" in der Asylpolitik. 15 Organisationen, darunter die Asylkoordination, Ärzte ohne Grenzen, die Caritas und SOS Mitmensch, wollen mit einer Online-Unterschriftenaktion einen Kurswechsel in der österreichischen Flüchtlingspolitik einleiten, erklärte der Initiator Ernst Löschner, Gründer von "Alpine Peace Crossing", bei einer Pressekonferenz am Mittwoch. Bis zur Nationalratswahl im Herbst kann die Kampagne online unterstützt werden.

Zugang zum Arbeitsmarkt

Die Initiative tritt für einen effektiven Zugang zum Arbeitsmarkt nach längstens sechs Monaten sowie ungehinderten Zugang zu Schul- und Weiterbildung für Asylsuchende ein. Außerdem fordern die Organisatoren, dass gut integrierte Personen nicht abgeschoben und Familien nicht zerrissen werden. Die Grundversorgung soll sich an menschlichen Bedürfnissen orientieren. "Wir pochen auf faire und überschaubare Asylverfahren und einen öffentlich finanzierten Rechtsbeistand für Menschen, die um Schutz ansuchen", sagte Anny Knapp, Obfrau der Asylkoordination.

"Wir wollen nicht die Schleusen öffnen, dass Österreich überschwemmt wird, sondern dass die Menschen, die zu uns gekommen sind, wie Menschen behandeln und nicht wie Objekte, die man loswerden will", so Löschner. Er appellierte an die Bundesregierung und "jeden einzelnen Parlamentarier", den menschenverachtenden Umgang mit Flüchtlingen zu verändern.

Österreich soll Vorbild für Europa werden

Ziel der Kampagne ist auch eine gemeinsame, solidarische Flüchtlingspolitik in Europa, in der Österreich mit gutem Beispiel vorangehen solle. "Staaten, die Menschen systematisch abweisen, tragen zu Leid und physischer wie seelischer Krankheit bei", sagte Irene Jancsy, Kommunikationsleiterin von Ärzte ohne Grenzen Österreich. Der ORF-Journalist Michael Kerbler warnte vor der "besonders perfiden Form der Unmenschlichkeit", der Gleichgültigkeit.

"Es ist höchste Zeit, systematische Schikane nicht mehr als liebenswerte nationale Schrulle zu akzeptieren", sagte der Kabarettist Thomas Maurer. Zu den prominenten Unterstützern der Initiative zählen unter anderen auch die Schauspielerin Ursula Strauss, Elfriede Jelinek, Christian Ludwig Attersee und André Heller. (APA, 7.6.2013)

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