Wiener Linien: Kein Open Data für Google?

7. Juni 2013, 11:53
627 Postings

Angeblich viele interne Befürworter für Ausschluss kommerzieller Nutzung

Nach langem Vorfühlen arbeiten die Wiener Linien nun offiziell an der Freigabe ihrer Daten. Im Juli sollen diverse Geo- und Statistikdaten offengelegt werden, später sollen Echtzeitdaten mit entsprechender Schnittstelle folgen.

Eine Unbekannte baumelt jedoch über dem Datenprojekt des Verkehrsbetreibers, wie die Initiative "Offene Öffis" berichtet: Die Lizenz. Diese legt die Bedingungen fest, unter welchen die freigegebenen Daten in Apps und für andere Zwecke verwendet werden können.

Kommt eine restriktive Lizenz?

Wie der WebStandard nun aus gut informierten Kreisen erfahren hat, dürfte es unter den Verantwortlichen einige Personen geben, die sich für eine restriktive Lizenz aussprechen, welche eine kommerzielle Verwendung untersagt.

Dies hätte beachtliche Konsequenzen. Eine Reihe von Apps sind zwar für sich gesehen kostenlos, blenden aber Werbung ein. Für diese wäre die Verwendung der Wiener-Linien-Daten unter einer nicht-kommerziellen Lizenz ebenso untersagt, wie für Google Maps.

Abgesehen von eingezeichneten Haltestellen und den dort verkehrenden Linien wären auf Google Kartendienst also weiterhin keine Öffi-Informationen zu finden. Eine Lizenz ohne Ausschluss kommerzieller Verwendung würde hingegen die Einbindung von Echtzeitdaten ermöglichen – und damit auch zeitnahe Informationen über Verspätungen.

Wiener Linien zurückhaltend

Der WebStandard hat bei den Wiener Linien nachgefragt. Dort gibt man sich zurückhaltend. So erklärt Pressesprecher Answer Lang, dass man bis zum Sommer alles Rechtliche in Sachen Lizenz erörtern würde, auch gemeinsam mit VOR und ÖBB, einer Entscheidung könne man nicht vorgreifen. "Ich würde aber nicht so viel auf Gerüchte geben", so Lang abschließend.

Linz erlaubt kommerzielle Verwendung

Hier lohnt sich ein Blick nach Linz. Die Daten des lokalen Verkehrsbetreibers Linz AG stehen am Linz Open Data-Portal zur Verfügung. Dessen Inhalte wiederum sind laut Nutzungsbedingungen mit einer Creative Commons-Lizanz ausgestattet, die lediglich zur Namensnennung des Urhebers verpflichtet (CC BY 3.0). Als Zusatz wird nur verlangt, entsprechende Apps den Linz AG Linien gegenüber bekannt zu geben.

Solange also auf die Stadt Linz bzw. data.linz.gv.at als Datenquelle verwiesen wird, kann also jeder Entwickler ohne Einschränkungen auf die bereitgestellten Informationen zugreifen. Bereitgestellt werden Haltestellen, Echtzeitfahrpläne, Verkehrsstörungen, Linienführungen und eine Reihe weiterer Informationen. (gpi, derStandard.at, 07.06.2013)

  • Die Wiener Linien öffnen ihren Datenbestand. Die wichtige Lizenzfrage wird aber erst noch entschieden.
 
    foto: wiener linien

    Die Wiener Linien öffnen ihren Datenbestand. Die wichtige Lizenzfrage wird aber erst noch entschieden.

     

Share if you care.