Deutscher Exportmotor läuft, Österreich lahmt

7. Juni 2013, 12:22
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Österreichs Exporte sind leicht rückläufig, Deutschlands Ausfuhren steigen kräftig

Die Wirtschaftsflaute in der Europäischen Union belastet weiterhin die heimischen Exporte. Die österreichischen Ausfuhren in die EU verringerten sich im ersten Quartal (bis Ende März) im Vergleich zum Vorjahresquartal um 2,7 Prozent auf 20,81 Mrd. Euro. Insgesamt gingen sie dank Exportplus in Nicht-EU-Länder nur um 0,7 Prozent auf 30,49 Mrd. Euro zurück. Die Importe reduzierten sich um 5,0 Prozent auf 31,58 Mrd. Euro. Damit belief sich das Handelsdefizit auf 1,09 Mrd. Euro, nach 2,54 Mrd. Euro im Vorjahreszeitraum, geht aus vorläufigen Zahlen der Statistik Austria hervor.

Die stärksten absoluten Export-Rückgänge wurden nach Italien (-9,1 Prozent) und Tschechien (-8,5 Prozent) verzeichnet. Auch nach Deutschland wurde um 2,6 Prozent weniger exportiert.

Höherer Anteil der Drittstaaten

Die Exporte in Länder außerhalb der EU legten insgesamt um 4,1 Prozent auf 9,68 Mrd. Euro zu. Damit erhöhte sich der Anteil der Drittstaaten am österreichischen Außenhandel im Vergleich zur Vorjahresperiode von 30,3 Prozent auf 31,7 Prozent. Rund 40 Prozent der Exporte in Nicht-EU-Länder entfielen auf die USA (1,73 Mrd. Euro), die Schweiz (1,60 Mrd. Euro) und Russland (0,82 Mrd. Euro).

Die schwächelnde Wirtschaft in Österreich hat im ersten Quartal die Importe gebremst. Österreich bezog Waren aus der EU im Wert von 22,29 Mrd. Euro (-4,3 Prozent). Die größten absoluten Rückgänge wurden mit Deutschland (-6,0 Prozent), UK (-17,0 Prozent) und Italien (-4,4 Prozent) verzeichnet. Die Importe aus Ländern außerhalb der EU gingen um 6,7 Prozent auf 9,29 Mrd. Euro zurück.

Im März gingen die Ausfuhren von Waren um 4 Prozent auf 10,73 Mrd. Euro zurück und bei den Importen gab es einen Rückgang von 7,1 Prozent auf 11,12 Mrd. Euro. Das Handelsbilanzdefizit betrug damit rund 0,39 Mrd. Euro.

Deutscher Exportmotor läuft rund

Der deutsche Außenhandel ist stark in das zweite Quartal gestartet. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, erhöhten sich die Ausfuhren von März auf April um 1,9 Prozent. Das ist der stärkste monatliche Anstieg seit knapp einem Jahr. Die Importe legten unterdessen noch stärker zu, was auf eine robuste Binnennachfrage schließen lässt. Sie erhöhten sich im Monatsvergleich um 2,3 Prozent. Im Jahresvergleich lagen die Zuwachsraten bei 8,5 Prozent (Ausfuhren) und 5,2 Prozent (Einfuhren). Die Handelsbilanz - also die Differenz zwischen Ex- und Importen - wies einen Überschuss von 18,1 Milliarden Euro auf.

Besonders stark präsentierte sich im April der Export in sogenannte Drittstaaten, also Länder außerhalb der Europäischen Union. Aber auch mit Staaten der EU und des Euroraums fiel der Außenhandel robust aus. So erhöhten sich die Ausfuhren Deutschlands in den Währungsraum binnen Jahresfrist um 4,3 Prozent. Die Einfuhren stiegen mit 5,4 Prozent noch stärker. Dies dürfte der Binnenkonjunktur der jeweiligen Staaten - unter ihnen auch viele krisengeschwächte Länder - zugute kommen. (APA, 7.6.2013)

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