Statistik für betriebliche Vorsorge verletzt Datenschutz

6. Juni 2013, 18:08
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Laut Tiroler Ärztekammer könnten Arbeitgeber aus den Daten Rückschlüsse auf die Krankheiten ihrer Mitarbeiter ziehen

Innsbruck - Es war offenbar üblich bei der Tiroler Gebietskrankenkasse (TGKK): Im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung wurden seit 2006 auch Diagnosedaten an interessierte Arbeitgeber mit mehr als 50 Mitarbeitern weitergegeben. Mit einer Auswertungen der Krankenstandstage - statistisch ausgewertet nach Frauen und Männern - seien auch 50 bis 60 Diagnosen (etwa "Erkrankung des Ohres", "Fehlgeburten") mitgeschickt worden. "Daraus kann der Arbeitgeber durchaus Rückschlüsse auf die Krankheiten seiner Mitarbeitern ziehen", kritisierte Günther Atzl von der Tiroler Ärztekammer.

Umsetzung per Datenschutzgesetz

Er fragte bei der Datenschutzkommission nach. Die Datenschützer empfehlen nun, jede Statistik einer Sozialversicherung so anzupassen, dass sicher kein Bezug zu bestimmten Arbeitnehmern hergestellt werden könne. Auch eine Trennung von männlichen und weiblichen Mitarbeitern müsste in der Statistik nicht vorgenommen werden.

Zudem sollten nur Krankheitsdaten miteinbezogen werden, die mit der Tätigkeit des Betriebes typischerweise verbunden werden, etwa Würmer bei Forstarbeitern. Die Sozialversicherungen müssen die Empfehlung per Datenschutzgesetz jetzt umsetzen. Der Leiter der TGKK, Arno Melitopulos, verspricht, Daten für die Betriebe noch mehr zu bündeln. (ver, DER STANDARD, 7.6.2013)

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