Tiefbauarbeiten für Europas Röntgenlaser abgeschlossen

6. Juni 2013, 18:01
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Mit dem "European XFEL" können ab 2016 kleinste Strukturen und Prozesse beobachtet werden

Hamburg - Mit dem Röntgenlaser "European XFEL" wollen Forscher künftig kleinste Strukturen und Prozesse beobachten: Nach vier Jahren sind die Tiefbauarbeiten für den neuen Teilchenbeschleuniger nun abgeschlossen. Das europäische Supermikroskop besteht aus einem 5,8 Kilometer langen Tunnelsystem und soll 2016 in Betrieb gehen. Mehr als 300 Gäste aus Forschung, Politik und Wirtschaft feierten den Abschluss am Donnerstag auf der Wissenschaftsbaustelle.

Ultrakurze Laserlichtblitze im Röntgenbereich

Auf der unterirdischen Strecke, die vom Forschungszentrum Desy (Deutsches Elektronen Synchrotron) in Hamburg-Bahrenfeld bis nach Schenefeld (Kreis Pinneberg) reicht, werden Elektronen fast auf Lichtgeschwindigkeit beschleunigt. Die schnellen Teilchen verteilen sich anschließend auf sogenannte Photonentunnel, in denen künftig das Röntgenlaserlicht erzeugt wird. Mithilfe der ultrakurzen Laserlichtblitze im Röntgenbereich können internationale Forschergruppen atomare Details von Viren und Zellen entschlüsseln und bio-chemische Reaktionen untersuchen. Damit erhoffen sich die Forscher neue Erkenntnisse etwa über Krankheitserreger.

"Mit dem Ende der Tiefbauarbeiten haben wir den wohl schwersten Bauabschnitt erfolgreich hinter uns gebracht", sagte der Geschäftsführer des "European XFEL", Massimo Altarelli. Nun folge der Hochbau, der Aufbau des Röntgenlasers und die weitere Entwicklung der wissenschaftlichen Instrumente und Geräte. Zwölf Länder sind an dem Großprojekt beteiligt - Österreich ist nicht dabei. Die Kosten belaufen sich auf mehr als eine Milliarde Euro, wobei Deutschland über die Hälfte der Kosten und Russland fast ein Viertel übernimmt. (APA/red, derStandard.at, 6.6.2013)

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    Die Tiefbauarbeiten für den Röntgenlaser "European XFEL" sind abgeschlossen.

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