Vorwürfe: Fotoretuschen und Immobiliengeschäfte

6. Juni 2013, 17:38
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Erste Kritik an Salzburger Regierungskandidaten

Salzburg - Die neue Landesregierung ist noch nicht einmal im Amt, und schon müssen sich zwei designierte Regierungsmitglieder der Dreierkoalition aus ÖVP, Grüne und Team Stronach mit Vorwürfen herumschlagen.

Da ist einmal der Goldegger Bürgermeister Hans Mayr. Der ehemalige ÖVP- Funktionär und Hypo-Banker war Spitzenkandidat der Salzburger Stronach- Filiale und will für seine Fraktion in die Regierung. Laut einem Bericht des ORF soll Mayr neben seiner politischen Tätigkeit auch noch im Immobiliengeschäft tätig sein. Im Firmenbuch ist an Mayrs Heimatadresse die Arribas Moral-Mayr Gesellschaft mbH eingetragen. Als Geschäftsführerin fungiert - gemeinsam mit einem spanischen Partner - Mayrs Gattin Maria Theresia; von Beruf Arzthelferin. Im STANDARD-Gespräch weist Mayr die Vorwürfe des ORF zurück. Es handle sich lediglich um eine kleine Wohnung und ein Geschäftslokal. Außerdem: Anteile an der Firma habe er auch keine.

Mit einer ganz anderen Geschichte sieht sich der Halleiner Bürgermeister und designierte Finanzlandesrat Christian Stöckl (ÖVP) konfrontiert. Genüsslich erinnern SPÖ-Funktionäre an eine von Stöckl im Winter 2012 angeordnete Fotoretusche. Damals waren bei einem Fototermin anlässlich der Special-Olympics in Hallein auch zwei SPÖ-Lokalpolitiker ins Bild gerutscht. Auf Geheiß Stöckls wurden die beiden später vor Veröffentlichung des Fotos wegretuschiert. Halleins SPÖ-Chef Walter Reschreiter fühlte sich seinerzeit gar an "Sowjetzeiten" und an "Josef Stalin" erinnert.

Postenaufteilung

Die Verhandlungen zur Bildung einer neuen Regierung sollen kommende Woche mit der Ressortaufteilung abgeschlossen werden. Brisant dabei: Erhalten ÖVP und Grüne je drei Regierungssitze und das Team Stronach einen Sitz, dürfte die ÖVP wohl ein Einstimmigkeitsprinzip in der Regierung verlangen, um nicht überstimmt zu werden. Ein Prinzip, das bei Rot-Schwarz immer wieder zu Blockaden geführt hat.

Völlig offen ist auch noch die Frage, ob es den Grünen gelingt, der ÖVP eines der Schlüsselressorts - etwa das Personalressort - abzuringen. (neu, DER STANDARD, 7.6.2013)

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