Gericht: Russland nicht schuld am Tod von Rebellenführer Maschadow

6. Juni 2013, 17:16
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Menschenrechtsgerichtshof kritisiert aber Weigerung, Leiche an Familie zu übergeben

Straßburg/Moskau - Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hat Vorwürfe über eine Verantwortung Russlands für den Tod des tschetschenischen Rebellenführers und Ex-Präsidenten Aslan Maschadow zurückgewiesen. Die russische Regierung sei nicht direkt verantwortlich, befand der Gerichtshof am Donnerstag.

Familienangehörige hatten in Straßburg geklagt, Maschadow sei 2005 in eine Falle gelockt und von russischen Sicherheitskräften erschossen worden. Gerügt haben die Richter jedoch die Weigerung Moskaus, die Leichen Maschadows und anderer getöteter Aufständischer ihren Familien zur Bestattung zu überstellen. Dies wertete der Gerichtshof als Verstoß gegen die Achtung des Familienlebens.

Für die Verschwörungstheorie der Angehörigen gäbe es keine Beweise, heißt es in dem Urteil. "Die Behörden konnten nicht wissen, dass Maschadow und andere Kämpfer in dem unterirdischen Schutzraum waren, als sie den Eingang sprengten, wobei Maschadow ohne Absicht getötet wurde." Der Gerichtshof wies auch die Forderung der Familie nach einem Schmerzensgeld in Höhe von 1,2 Millionen Euro zurück. Gegen das Urteil kann Berufung beantragt werden. (APA, 6.6.2013)

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