Dayli-Eigentümer hofft auf 70 Millionen Euro

6. Juni 2013, 17:16
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In den nächsten Tagen fällt eine Entscheidung. Laut Eigentümer Haberleitner wurde zudem ein Kreditversicherer gefunden

Wien - Die Hoffnung hat Dayli-Eigentümer Rudolf Haberleitner noch nicht aufgegeben. Wie berichtet hat er zwar Ende Mai 560 von 3800 Mitarbeitern in Österreich beim AMS-Frühwarnsystem zur Kündigung angemeldet und erwägt die Schließung von 180 von 885 Filialen. Trotzdem geht Haberleitner weiterhin davon aus, dass er einen oder gar mehrere finanzstarke Investoren an Bord holen kann.

Auch Finanzinvestor schaut auf Dayli

Bei einem potenziellen Geldgeber sei in den kommenden Tagen mit einem verbindlichen Angebot zu rechnen, bekräftige Haberleitner am Donnerstag im Gespräch mit dem Standard. Namen nennt er zwar weiter nicht, dafür allerdings erstmals konkrete Zahlen. Haberleitner spricht von "über 70 Millionen Euro", die für 50 Prozent an Dayli fließen sollen. "Damit wären wir die nächsten zwei Jahre ausfinanziert", so Haberleitner.

Die Summe von 70 Millionen Euro für einen 50-Prozent-Anteil wäre beachtlich. Wie berichtet erwarb der niederösterreichische Glücksspielkonzern Novomatic im November 2012 für einen Euro sowie einen Kredit in Höhe von zehn Millionen Euro 45 Prozent an Dayli. Im Mai schied Novomatic als Eigentümer wieder aus, der symbolische Euro floss zurück, der Kredit besteht weiter. Zusätzlich zu einem neuen Miteigentümer gibt es laut Haberleitner auch noch Gespräche mit einem " US-europäischen Private Equity Konzern" über einen Kredit samt Gewinnkomponente. Dieser wolle nicht operativ tätig sein und wäre - wie jetzt Novomatic - ein reiner Finanzinvestor, so Haberleitner.

"Worst Case, den ich nicht will"

Er beklagte auch neuerlich, wie schwer ihm in Österreich das Leben gemacht wird - Stichwort Sonntagsöffnung und damit verbundener Klagsdrohungen. Daher prüfe man ernsthaft die Verlagerung des Geschäfts nach Deutschland, wo ab dem Sommer der Aufbau von Dayli-Filialen geplant sei. "Das wäre aber der Worst Case, den ich eigentlich nicht will." In Deutschland werde er jedenfalls mit offenen Armen aufgenommen, so Haberleitner. Es sei dort auch gelungen, einen Warenkreditversicherer zu finden. Wer das ist? "Das kann ich noch nicht sagen. Der Vertrag wird aber am Montag unterschrieben." In Österreich weigerten sich die Kreditversicherer bisher, Geschäfte mit Dayli zu machen. (Günther Oswald, DER STANDARD, 7.6.2013)

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    In Deutschland werde er mit offenen Armen aufgenommen, sagt Dayli-Eigentümer Rudolf Haberleitner.

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