Verbund investierte kräftig in rumänischen Windpark

6. Juni 2013, 17:03
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Die Leistung in Casimcea wird um 125 MW auf 225 MW erweitert, was sich der Konzern 380 Millionen Euro kosten lässt

Bukarest/Wien - Der österreichische börsenotierte Stromkonzern Verbund hat seinen größten Windpark in Rumänien, Casimcea rund 250 Kilometer östlich von Bukarest, um weitere 125 Megawatt (MW) auf insgesamt 225 MW erweitert. Das Investitionsvolumen bezifferte der Verbund mit rund 380 Millionen Euro. Eine weitere Ausbaustufe auf 280 MW sei geplant, aber aufgrund von rückwirkenden Gesetzesänderungen der Förderbestimmungen sei man abwartend, sagte Verbund-Chef Wolfgang Anzengruber am Donnerstag in Bukarest.

Problematische Rechtspraxis

Bei solchen Investitionen brauche man langfristig stabile rechtliche Rahmenbedingungen, forderte Anzengruber. Um die Investitionen plus Zinsen zu verdienen, sollte der Windpark etwas mehr als zehn Jahre Strom erzeugen. Jährlich werden die rumänischen Windanlagen rund 540 GWh Strom produzieren, in Rumänien können damit rund 350.000 Haushalte versorgt werden, in Österreich wäre es aufgrund des höheren Strombedarfs rund die Hälfte, so der Verbund-Chef im Gespräch mit österreichischen Journalisten.

Der Baustart für den Windpark, einer der größten Europas auf dem Festland, war im März 2011, im September 2012 wurden 99 Megawatt (MW) in Betrieb genommen. Rumänien habe sehr viel Potenzial für Projekte im Bereich der Erneuerbaren Energien, betonte Anzengruber, allerdings sei in Südosteuropa generell die Rechtspraxis noch ein nicht abschätzbares Problem. Laut Verbund-Angaben liegen die durchschnittlichen Baukosten für die Errichtung von Windanlagen pro MW bei rund 1,8 Millionen Euro.

Keine Kohle

In Bulgarien, wo der Verbund einen kleine Windkraftanlage mit 16 MW hat, funktioniere die Erzeugung von Strom aus Windkraft aber schlechter, da die Einspeisung nicht funktioniere, hieß es aus dem Verbund. In Rumänien errichtete der Verbund für den Windpark ein eigenes 400-kV-Umspannwerk. Ein großer Vorteil Rumäniens seien die guten Windverhältnisse, die an jene an der deutschen Nordseeküste heranreichen würden, betonte der Verbund-Chef. Gleichzeitig stellte Anzengruber fest, dass man an Kohlekraftwerken, also an Kraftwerken mit CO2-Emissionen, nicht interessiert sei.

Neben dem rumänischen Windpark betriebt der Verbund drei Windparks in Österreich mit 49 MW Leistung, einen in Bulgarien (16 MW) sowie weitere in Deutschland (86 MW), Italien und Frankreich (insgesamt 190 MW). (APA, 6.6.2013)

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