Lego-Figuren schauen immer finsterer

7. Juni 2013, 12:25
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Die Settings der Spiele basieren zunehmend auf Konflikten und Kriegen - damit ändert sich der "Gesichtsausdruck" der Figuren

Zusammengekniffene Augen, ein fieser Zug um den Mund, ein finsterer Blick - so könnten Lego-Figuren bald mehrheitlich dreinschauen. Zumindest befürchtet das der Forscher Christoph Bartneck von der Universität von Canterbury in Neuseeland. Will er doch mit seinem Team herausgefunden haben, dass die freundlichen Zeitgenossen bei den Lego-Figuren immer seltener werden, während Figuren mit finsterer Miene auf dem Vormarsch sind.

Bartneck und Kollegen hatten rund 6.000 Spielfiguren des dänischen Spielzeugherstellers in den Blick genommen und festgestellt: Die Zahl der von negativen Gefühlen gezeichneten Lego-Gesichter wächst.

Vom Leben gezeichnet

Lego selbst will das freilich nicht bestätigen. "Wir unterstützen Gewalt nicht. Wir kombinieren Konflikte immer mit Humor", erklärt Sprecher Roar Rude Trangbæk. Studienleiter Bartneck sagt, dass die Veränderung in den Mienen der Figuren an der thematischen Ausrichtung der Lego-Bausets liegt.

"Unserem Eindruck nach bauen die Themen zunehmend auf Konflikten auf. Häufig kämpft eine gute Macht gegen eine böse." Man müsse sich fragen, wie diese Entwicklung von ausschließlich positiven hin zu immer mehr negativen Gesichtsausdrücken sich auf das Spiel der Kinder auswirke.

Der Cop, der den Gauner fängt

Die Zuordnung der Blicke zu Gut und Böse sei aber nicht immer eindeutig, räumt der Forscher ein: "Gute Charaktere können beim Kampf leiden, während Bösewichte süffisant lächeln." Bartneck ruft den Hersteller auf, den Gesichtsausdruck der Figuren sensibel zu wählen und zu testen, wie die Figurenmimik von Kindern aufgenommen werde.

Nach Darstellung von Lego erleichtert die Vielfalt der Gesichtsausdrücke das Spielen komplexerer Szenen. "Also hat man den Cop, der den Gauner fängt." Es gebe aber Grenzen in Bezug auf Konflikte. "Wir wollen keine moderne Kriegsführung, keine modernen Waffen." Das Spielthema solle sich nicht auf Gewalt, sondern auf Konflikte konzentrieren. (APA/red, derStandard.at, 7.6.2013)

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