Mitterlehner wirbt mit 800.000-Euro-Kampagne für mehr Kinder

6. Juni 2013, 15:16
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Noch keine Einigung bei Kindergeld-Reform, aber großflächige Werbemaßnahmen

Wien - Noch keine Einigung gibt es zwischen SPÖ und ÖVP bei der Reform der Familienförderung. Zumindest soll noch im Juni, also vor der Nationalratswahl, eine Punktation vorgelegt werden, wie Familienminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) am Donnerstag bei einer Pressekonferenz im Betriebskindergarten des Ministeriums ankündigte. In dieser Vereinbarung der derzeitigen Regierungspartner soll es sowohl um die Vereinfachung und Erhöhung der Familienbeihilfe als auch um den künftigen Ausbau der Kinderbetreuung gehen.

Kampagne um 800.000 Euro

Um das Bewusstsein für Kinder in der Gesellschaft zu stärken, präsentierte Mitterlehner gemeinsam mit Familienverbänden eine Kampagne unter dem Motto "Kinder halten Österreich jung". In Spots und Printanzeigen solle vermittelt werden, dass man mit Kindern jung gehalten werde und auch die Gesellschaft jung bleibe. Die Kosten für die Kampagne bezifferte Mitterlehner mit 800.000 Euro.

SPÖ und ÖVP: Unterschiedliche Ansätze

Seit April verhandelt die Regierung nun über die Reform der Familienbeihilfe. Der ÖVP schwebt eine Familienbeihilfe vor, bei der es nur mehr drei Stufen für die altersgestaffelten Beträge gibt. Außerdem soll es eine höhere Geschwisterstaffel und einen höheren Zuschlag für behinderte Kinder geben. Das SPÖ-Modell sieht eine Erhöhung der Familienbeihilfe auf 225 Euro bis 240 Euro je nach Alter mit Zuschlägen für Alleinerziehende oder behinderte Kinder vor, im Gegenzug sollen aber die diversen Absetz- und Freibeträge gestrichen werden. Dadurch frei werdendes Geld soll in den Ausbau der Kinderbetreuung fließen.

Kein Wahlkampfthema

In der Punktation, an der man derzeit arbeite, sollen Grundprinzipien und Summen enthalten sein. Damit komme das Thema nicht so sehr in Wahlauseinandersetzungen, erwartet Mitterlehner. Neben einem neuen System der Familienbeihilfe geht es dem Minister zufolge auch darum , wie die Grundkomponenten einer weiteren 15a-Vereinbarung mit den Ländern zum Ausbau der Kinderbetreuung ausschauen sollen. Mitterlehner wünscht sich hier in der nächsten Legislaturperiode einen beschleunigten Ausbau und auch bessere Qualität. Verhandelt werde über etwa 100 Millionen Euro pro Jahr für drei Jahre. (APA/red, derStandard.at, 6.6.2013)

  • 800.000 Euro für Spots und Printanzeigen.
    foto: bmwfj

    800.000 Euro für Spots und Printanzeigen.

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