NSU-Morde: Holger G. will sich entschuldigen

6. Juni 2013, 13:25
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Angeklagter gesteht Hilfe für NSU-Trio, will Taten aber nicht erahnt haben

München - Im NSU-Prozess vor dem Oberlandesgericht München hat der angeklagte Holger G. gestanden, das rechtsextreme Trio im Untergrund unter anderen mit Ausweisen unterstützt zu haben. Er habe aber nichts von deren terroristischen Taten geahnt, sagte G. am Donnerstag. Als erster Angeklagter in dem NSU-Komplex entschuldigte sich G. für seine Taten. "Dass ich das getan habe, tut mir fürchterlich Leid. Ich möchte mich dafür entschuldigen."

Der wegen Unterstützung einer terroristischen Vereinigung angeklagte G. gilt als besonders wichtiger Zeuge, weil er mit den drei mutmaßlichen NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe während deren fast dreizehn Jahren im Untergrund Kontakt gehalten haben soll.

Will Taten nicht erahnt haben

G. ist der zweite der fünf Angeklagten, der in dem Verfahren um die zehn Morde, zwei Bombenanschläge und 15 Raubüberfälle, die dem NSU zugeschrieben werden, aussagte. Er wandte sich auch direkt an die Angehörigen der Mordopfer. "Zuerst möchte ich den Angehörigen der Opfer mein Mitgefühl zum Ausdruck bringen", betonte er.

G. sagte, er sei bereit, für seinen Teil die Verantwortung zu übernehmen. Allerdings sei sein Tatbeitrag nicht derjenige, den ihm die Bundesanwaltschaft vorwerfe. Er habe nur gewusst, dass Böhnhardt, Mundlos und Zschäpe im Untergrund leben. Ihre Taten habe er nicht erahnt und erahnen können.

Nach eigenen Angaben stieg G. im Jahr 2004 aus der rechten Szene aus. Bei den von ihm gestandenen regelmäßigen Treffen habe es sich vor allem um private Gespräche gehandelt. Nach der Aussage von G. vertagte das Oberlandesgericht den Prozess. (APA, 6.6.2013)

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    Holger G. vor Gericht.

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