Mit Ultraschall den Krankenhausaufenthalt verkürzen

6. Juni 2013, 11:00
5 Postings

Kosteneffektive Untersuchungsmethode: Mit der Notfallsonografie kann eine korrekte Therapie rasch eingeleitet werden

Eine frühzeitige Ultraschalluntersuchung in der Notfallambulanz kann die Verweildauer im Krankenhaus um mehrere Tage verkürzen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Multicenter-Studie der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM). Auf einer Pressekonferenz am 13. Juni 2013 in Berlin stellen Experten der Fachgesellschaft die Studie vor und erläutern, wie Ärzte mithilfe der Notfallsonografie schnell die richtige Therapie einleiten und Patienten dadurch einen längeren Klinikaufenthalt ersparen können. Die Notfallsonografie trage so auch zur Kostensenkung im Gesundheitssystem bei, betonen die Experten im Vorfeld der Pressekonferenz.

Die Herausforderung für Ärzte in Notaufnahmen besteht häufig darin, die Beschwerden schnell dem richtigen Krankheitsbild zuzuordnen und die Patienten dann dem entsprechenden Facharzt zu übergeben. Hier kann der Ultraschall helfen: Mediziner können beispielsweise lebensgefährliche Blutungen im Brust- und Bauchraum, Thrombosen in großen Blutgefäßen, eine Störung der Herzfunktion oder auch Gallen- oder Nierensteine als Ursache von Koliken rasch erkennen. Beim Pneumothorax oder bei Flüssigkeitsansammlungen im Bauchraum erleichtert der Ultraschall die erforderliche Punktion.

In jede Notfallambulanz

Die Vorteile der Methode bestätigt jetzt die PRIMUS-Studie (PRIMär UltraSchall in der zentralen Patientenaufnahme). Sie wurde an sechs Kliniken mit insgesamt 1452 Patienten durchgeführt. Alle Patienten waren wegen unklarer Beschwerden untersucht worden. Bei 75 Prozent der Patienten entschieden sich die Ärzte in den ersten 24 Stunden für eine Sonografie, bei den anderen erfolgte sie erst später.

"Patienten, die bald nach der Aufnahme mit Ultraschall untersucht wurden, konnten schneller wieder aus der Klinik entlassen werden", berichtet Studienleiter Andreas Schuler, von der Medizinischen Klinik an der Helfenstein Klinik Geislingen und Vorstandsmitglied der DEGUM. Die durchschnittliche Verweildauer war um 3,23 Tage kürzer.

Vielen Patienten bleibe ein Krankenhausaufenthalt zur Gänze erspart: 28 Prozent konnten nach Hause entlassen beziehungsweise zur Weiterbehandlung an den Hausarzt überwiesen werden. "Wenn bei allen Patienten sofort eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt worden wäre, hätten noch weniger Patienten im Krankenhaus behandelt werden müssen", ist sich der Experte sicher. Die Sonografie sei eine kosteneffektive, schnell verfügbare Untersuchungsmethode. "Sie sollte in keiner Notfallambulanz fehlen", so der Schuler. (red, derStandard.at, 6.6.2013)

 

Quelle:
Primär Ultraschall als Bildgebung in der Notaufnahme. Endergebnisse der PRIMUS-Studie (DEGUM Multicenter-Studie)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Mit dem Ultraschallgerät lassen sich viele Erkrankungen schmerzfrei diagnostizieren.

Share if you care.