IWF gibt Fehler bei Griechenland-Hilfe zu

6. Juni 2013, 16:58
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Zu optimistische Annahmen und Koordinationsprobleme in der Troika hätten zu "bedeutenden Misserfolgen" geführt

Athen - Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat Fehler und "bedeutende Misserfolge" beim ersten Hilfspaket für Griechenland eingeräumt. Dem Programm aus dem Jahr 2010 seien allzu optimistische Annahmen zur Entwicklung der griechischen Staatsschulden und zur Umsetzung von Reformen in dem Land zugrunde gelegt worden, hieß es in einem Bericht über das damalige Vorgehen.

Zwischen den Vorhersagen zum griechischen Schuldenberg und der Realität gebe es einen "sehr großen" Unterschied. Zudem sei bereits für 2012 ein Wirtschaftswachstum erwartet worden, hieß es in dem Bericht. Tatsächlich befindet sich Griechenland 2013 wie in den vorangegangenen fünf Jahren in einer Rezession.

Probleme bei Zusammenarbeit

Kritisiert wird in dem IWF-Bericht auch die Zusammenarbeit mit der EU-Kommission und der Europäischen Zentralbank (EZB) in der Troika. Es habe Probleme bei der Koordination und unterschiedliche Ziele gegeben.

Das Hilfsprogramm habe "bedeutende Misserfolge" verzeichnet, urteilte der IWF. So sei das Vertrauen der Märkte in Griechenland nicht zurückgekehrt und aus dem Bankensystem seien 30 Prozent der Spareinlagen abgezogen worden. Die Wirtschaft schließlich habe "eine viel tiefere Rezession als erwartet" erlebt mit "außergewöhnlich hoher Arbeitslosigkeit".

Griechenland begrüßt Eingeständnis des IWF

Griechenland hat das Eingeständnis des IWF begrüßt, es habe Versäumnisse bei der Unterstützung des Landes gegeben. "Der Bericht ist objektiv und ist uns willkommen", sagte Finanzminister Ioannis Stournaras der Zeitung "Kathimerini" am Donnerstag. Der Bericht gebe "allen die Chance, ihre Fehler zu erkennen, damit sie nicht wiederholt werden".

Die EU-Kommission hingegen distanziert sich von dem Bericht. Die Behauptung, es sei für wachstumsfördernde Reformen in Griechenland nicht genug getan worden, sei "schlichtweg falsch und unbegründet", sagte der Sprecher von EU-Währungskommissar Olli Rehn. Auch die Annahme, ein Schuldenschnitt schon zu Beginn der Krise 2010 wäre besser gewesen, wies er zurück. "Der Bericht ignoriert, dass die Euro-Staaten untereinander verbunden sind." Es habe ein systemisches Ansteckungsrisiko für andere Staaten in der Währungsgemeinschaft gegeben.

Das erste Hilfsprogramm für Griechenland hatte Notkredite in Höhe von 110 Milliarden Euro enthalten. Diese reichten jedoch angesichts der desolaten Lage des Landes nicht aus, im November 2012 wurde ein zweites Hilfspaket geschnürt. Weitere Kredite von 165 Milliarden Euro wurden zugesagt. Zudem verzichteten Privatgläubiger auf rund 107 Milliarden Euro ihrer Forderungen. Für beide Hilfsprogramme sagte Athen Reformen und Kürzungen bei den Staatsausgaben zu. (APA, 6.6.2013)

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    Proteste begleiten die Sparmaßnahmen in Griechenland von Anfang an.

  • IWF-Bericht zu Griechenland

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