Körperliche Aktivität schützt vor Knochenschwund

6. Juni 2013, 08:34
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Neuer Biomarker des Knochenstoffwechsels an der Med Uni Graz erforscht

Körperliche Aktivität fördert die Knochengesundheit: Zu diesem Ergebnis kommt die jüngste Beobachtungsstudie der Medizinischen Universität Graz. Sie gibt Hinweise, dass durch Bewegung die Aktivität eines Hemmfaktors für die Knochenneubildung (Sclerostin, Anm. Red.) eingedämmt wird.

Der Knochen ein stoffwechselaktives Organ, das sich durch ständigen Umbau an wechselnde Bedingungen anpasst.  Osteoklasten bauen Knochen ab, Osteoblasten bilden Knochenzellen. Normalerweise steht dieser dynamische Prozess im Gleichgewicht, so dass jährlich rund zehn Prozent des Skeletts ersetzt werden. Alterungsprozessen, Erkrankungen oder anderer Bedingungen können den Soffwechsel aus dem Gleichgewicht bringen und Knochenschwund kann einsetzen.

Auf der Suche nach den molekularen Ursachen des Knochenschwundes sind Forscher in den vergangenen Jahren auf das von reifen Knochenzellen gebildete Glykoprotein Sclerostin gestoßen. Es hemmt bei Gesunden die übermäßige Knochenneubildung durch Osteoblasten. Sind die Sclerostinwerte erhöht,wird die Knochenbildung negativ beeinflusst und Sclerostin wirkt als Hemmer auf die Knochenbildung.

Die Vermutung liegt nahe, dass das Glykoprotein auch an der Entstehung von Osteoporose beteiligt sein könnte, schilderte Karin Amrein vom Uniklinikum für Innere Medizin in Graz. Die Grazer Endokrinologin hat nun den Zusammenhang zwischen körperlicher Bewegung und Sclerostinspiegel in einer ersten kleinen Studie mit 161 gesunden Patienten erhoben. "Je mehr Bewegung die Studienteilnehmer machten, desto niedriger war der Biomarker", so Amrein.

Die Studienteilnehmer waren Männer und Frauen mit einem mittleren Alter von 44 Jahren, bei denen Parameter wie BMI, Körperfettanteil und – verteilung sowie Knochenmasse gemessen wurden. Die körperliche Aktivität wurde mit Hilfe eines  detaillierten Fragebogens erhoben, der sowohl berufliche als auch sportliche und nichtsportliche Freizeitaktivitäten erfasste. "Spezifische Geschlechtsunterschiede wurden nicht gefunden", so Amrein.

Die Grazer Arbeitsgruppe will weitere Studien durchführen, um zu klären, welche Aussagekraft dem Glykoprotein Sclerostin als klinischer Parameter in der Osteologie zukommen kann. Die medikamentöse Sclerostin-Hemmung könnte ein vielversprechender Ansatz in der Erhaltung der Knochenmasse sein.

Körperliche Bewegung sei grundsätzlich für das höhere Alter von "immenser Bedeutung", so Amrein: "Eine Maßnahme, die sofort und von jedem selbst" umgesetzt werden könne. Beispielsweise sei das oft belächelte Wirbelsäulenturnen wichtig und effektiv. (APA/red, derStandard.at, 6.6.2013)

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