Brasilien fährt Kapitalkontrollen deutlich zurück

5. Juni 2013, 18:36
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Steuer für ausländische Investoren fällt weg

Brasilia - Im viel zitierten "Währungskrieg" hat Brasiliens Regierung ihre schärfste Waffe wieder weggesteckt. Die Finanztransaktionssteuer für ausländische Investoren wurde am Dienstag spätabends gestrichen, verkündete Finanzminister Guido Mantega. "Wir nehmen jetzt die Hürden für ausländisches Kapital zurück."

Seit 2009 mussten Anleger sechs Prozent Steuer zahlen, wenn sie Anleihen in Brasilien kaufen wollten. Damit hatte die Regierung die Aufwertung der Währung Real verhindern wollen. Mantega hatte nach einer massiven Aufwertung des Real den Notenbanken der westlichen Welt vorgeworfen, einen "Währungskrieg" gegen Brasilien zu führen. Teure Währungen machen die Exporte weniger attraktiv und belasten so die Unternehmen und damit auch die Wirtschaft. Auch andere Länder hatten Kapitalverkehrskontrollen eingeführt.

Allerdings ist Brasiliens Wirtschaft in den vergangenen zwei Jahren selbst in turbulentes Fahrwasser gekommen. Das deutlich schwächere Wachstum und die Unsicherheit um staatliche Einflussnahme haben zu einem Versiegen des Kapitalflusses aus dem Ausland geführt. In den vergangenen zwei Jahren hat der brasilianische Real gegen den US-Dollar über 25 Prozent abgewertet, gegen den Euro 15 Prozent. (sulu, DER STANDARD, 6.6.2013)

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