Stechen, Säbeln, Sägen in der US-Serie "The Following"

5. Juni 2013, 18:32
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Ein Serienkiller allein reicht nicht. Als FBI-Agent Ryan Hardy bekommt es Kevin Bacon gleich mit einer ganzen Armee an tötungsbereiten Rachehelfern zu tun

Wien - Für solche Fälle gibt es nur einen Mann: "Ryan Hardy, wir brauchen Sie!", lautet der Lockruf. Ein Serienkiller ist entflohen, und der FBI-Agent, dargestellt von Kevin Bacon (Flatliners) packt die Tasche - nicht ohne seine Wasserflasche mit Wodka zu befüllen. Daheim bleibt sein Buch, The Poetry of a Killer. Ob es eine Fortsetzung geben werde, erkundigt sich der Killer (James Purefoy) persönlich auf einem Notizzettel. Es handelt sich um eine Botschaft: Das Morden geht weiter.

Praktisch im Minutentakt wird in der US-Serie "The Following" gestochen, gesägt und gesäbelt. Ein Kunstprojekt nach Edgar Allen Poe schwebt dem irren Killer vor. Die Performance ist gut vorbereitet, gehirngewaschene Nachwuchsschüler helfen eifrig mit. Daraus entspinnt sich eine paranoide Story mit offener Botschaft: Traue niemals Fremden - und Bekannten schon gar nicht!

Ausgerichtet wird das in einer Blut- und Schockorgie, die selbst ein an Brutalität gewohntes Publikum mit überdurchschnittlicher Härte konfrontiert. Die Szenen seien nicht brutaler, als in vielen anderen US- Krimis, verteidigte der US-Sender Fox. Das scheint angesichts gut ausgeleuchteter Blutkrusten in leeren Augenhöhlen und einer Messerattacke mitten in die Stirn stark untertrieben.

Anders als in "Dexter" oder in "The Walking Dead", wo es ebenso blutig zur Sache gehen kann, müssen in "The Following" Krimilogik und differenzierte Figurenzeichnung actionreichen Horroreffekten weichen, und so erinnert die Serie in der Machart an "24" mit dem gewaltbereiten Spezialagenten Jack Bauer. Ähnlich entschlossen wie erstmals 2001 Kiefer Sutherland agiert nun Kevin Bacon: Natürlich gibt es eine Vorgeschichte, der Agent ist persönlich involviert, was nach 30 Minuten zum Tobsuchtsanfall aus Verzweiflung führt. Immerhin ohne Blutvergießen. Ab Donnerstag im Abokanal RTL Crime bei Sky und demnächst auf DVD. (prie, DER STANDARD, 6.6.2013)

  • Killer hinterlässt Spuren: Kevin Bacon ist in der Serie "The Following" im Reich der Paranoia.
    foto: rtl crime

    Killer hinterlässt Spuren: Kevin Bacon ist in der Serie "The Following" im Reich der Paranoia.

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