Entlastungsgerinne Donauinsel

Einserkastl5. Juni 2013, 21:02
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Vor 40 Jahren bekämpften die ÖVP und die "Krone" die Donauinsel wütend

Im "Profil" wird verdienstvollerweise darauf hingewiesen, dass das "Entlastungsgerinne", vulgo "Donauinsel" und "Neue Donau", dem die Verschonung der Stadt vor dem zweiten Jahrhunderthochwasser großteils zu verdanken ist, vor über 40 Jahren von der Wiener ÖVP und der "Krone" wütend bekämpft wurde.

Was die "Krone" damals angetrieben hat, ist nicht mehr recht rekonstruierbar. Vielleicht lag damals (Ende der 60er-, Anfang der 70er-Jahre) der alte, damals relativ junge Hans Dichand noch in Fehde mit der SPÖ, die ihm ein paar Jahre zuvor das Blatt abjagen wollte.

Die Wiener ÖVP unter dem Obmann Franz Bauer war hingegen aus Prinzip dagegen - hauptsächlich weil die damaligen Wiener Konservativen tiefes Misstrauen gegen großzügige Kommunalprojekte hegten (und das Geld vermutlich lieber für die Erhaltung der letzten echten Wiener Greißler ausgegeben hätten). Tatsächlich gibt es ja auch mehr als fragwürdige Großprojekte der Wiener SPÖ (zum Beispiel Pratervorplatz), und nicht alles, wo viel Kubatur verbaut wird, ist ein Segen für die Stadt­bevölkerung.

Aber die Donauinsel war eben durch das Hochwasser von 1954 gut begründet. Und es entstand ein in Teilen etwas räudiges, insgesamt aber gelungenes Naherholungsgebiet für die Wiener Bevölkerung. Ob die ÖVP (nicht nur die Wiener) aber lernen wird, dass man manchmal kühn und großzügig denken muss, ist die Frage. (Hans Rauscher, DER STANDARD, 6.6.2013)

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