Hedgefonds stolpern über höhere Anleihenzinsen

5. Juni 2013, 18:00
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Man Group erleidet an der Börse heftige Verluste

Wien - Große Hedgefonds sind von den zuletzt steigenden Zinsen auf dem falschen Fuß erwischt worden. Trendfolger, die aufgrund von quantitativen Modellen in Märkte von Anleihen bis Rohstoffe und Futures investieren, haben in den vergangenen Wochen teilweise heftige Verluste erlitten. So sind am Mittwoch die Aktien von Man Group, einem der weltweit größten Anbieter von Hedgefonds, um über 14 Prozent gefallen. Der Hauptgrund: Der für das Unternehmen wichtige Fonds AHL mit seinen mehr als zehn Milliarden Euro an verwaltetem Vermögen hat seit Anfang Mai knapp zehn Prozent seines Wertes verloren, zeigen die Daten zum Fonds. Damit hat die AHL-Strategie ihre Gewinne seit Jahresbeginn wieder abgegeben.

Die Financial Times berichtet darüber hinaus, dass eine Reihe von Anbietern von quantitativen Strategien im Mai zum Teil herbe Verluste erlitten haben. Hintergrund sind die zeitweise kräftig gestiegenen Staatsanleihenzinsen. Weil etwa die US-Notenbank Fed ein mögliches Ende ihrer Staatsanleihenkäufe in Aussicht gestellt hat, sind die zehnjährigen Renditen auf US-Anleihen deutlich gestiegen, von knapp 1,6 Prozent Anfang Mai auf zuletzt etwas über 2,1 Prozent.

Der Datenanbieter Newedge rechnet für die Macro-Trendfolger-Fonds im Schnitt mit einem Verlust von knapp drei Prozent im Mai. Viele Fonds haben ihre schlechtesten Monaten seit Jahren hinter sich. Die Verluste klingen zunächst nicht nach viel. Aber Investoren haben in den spekulativen Produkten seit 2010 im Schnitt kein positives Jahr mehr erlebt, zeigen etwa Daten von Hedge Fund Research. Die turbulenten Finanzmärkte haben den Fonds, die von langen Trends profitieren, sichtlich zugesetzt. Zudem sind Rohstoffpreise seit Jahresbeginn gemessen am DJ UBS Rohstoffindex knapp um fünf Prozent gefallen. (sulu, DER STANDARD, 6.6.2013)

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