Türkei: 14 verletzte Journalisten seit Beginn der Proteste

5. Juni 2013, 13:38
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Reporter ohne Grenzen verurteilen Gewalt

In der Türkei sind seit Beginn der Proteste nach Angaben von Reporter ohne Grenzen (ROG bzw. RSF) bereits 14 Journalisten verletzt worden. "Wir verurteilen die Gewalt zutiefst, die von den Polizeikräften auf die protestierende Bevölkerung und Journalisten ausgeht", erklärte die Organisation am Mittwoch in einer Aussendung. Gemeinsam mit der türkischen Journalistenvereinigung und anderen Organisationen fordert "Reporter ohne Grenzen" mehr Schutz für Journalisten und eine faire Behandlung der Zivilbevölkerung in der Türkei.

Während der Proteste wurden Journalisten mit Wasserwerfern und Tränengas angegriffen - wie auch der Rest der Demonstranten. So wurde laut ROG der Fotojournalist Osman Orsal von der Nachrichtenagentur Reuters durch eine Tränengas-Granate am Freitag schwer verletzt. Orsal hatte das Foto einer jungen Frau mit rotem Kleid geschossen, das inzwischen zum Symbol der Protestbewegung gegen die Regierung von Recep Tayyip Erdogan geworden war. Am Freitagabend sei ein Fotograf der türkischen Zeitung "Hürriyet", Selcuk Samiloglu, von einem Gummigeschoß verletzt worden. Ugur Can von der Nachrichtenagentur Dogan und der Tageszeitungsjournalist Tugba Tekerek seien zusammengeschlagen worden, berichtete ROG.

Twitter-Nutzer festgenommen

Kritisiert wurde außerdem die Festnahme von Nutzern des Online-Kurzbotschaftendiensts Twitter in der Türkei. Die Demonstranten auf dem Taksim Platz in Istanbul kritisieren auch türkische Medieninstitutionen. "So haben führende Nachrichtenkanäle bisher nicht über die Proteste berichtet", schrieb ROG. Einige der wichtigsten Tageszeitungen und TV-Sender zeigten stattdessen eine Rede von Ministerpräsident Erdogan, in der er die oppositionelle Republikanische Volkspartei (CHP) beschuldigt, sie benutze die Proteste für politische Zwecke. (APA, 5.6.2013)

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