Bürgermeister Schaden: "Übergangs-Intendanz wäre kein Beinbruch"

5. Juni 2013, 13:00
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Sven-Eric Bechtolf und Helga Rabl-Stadler werden mehrfach ins Gespräch gebracht

Salzburg - "Eine Übergangs-Intendanz für ein, zwei Jahre wäre kein Beinbruch, die Präsidentin und Schauspielchef Bechtolf könnten das schon machen", sagte Heinz Schaden, Salzburgs Bürgermeister und Mitglied des Festspielkuratoriums, am Mittwoch auf Anfrage: "Der Betrieb 'Festspiele' ist gut aufgestellt, selbst für 2014 ist mir aus heutiger Sicht nicht bang. Allerdings liegen die guten Leute ja nicht auf der Straße herum und warten auf einen Anruf aus Salzburg. Daher ist es mit lieber, wenn wir schnell eine dauerhaft tragfähige Lösung finden würden", sagte Schaden und schloss eine Doppelfunktion Pereiras für Salzburg und Mailand neuerlich aus. "Bigamie kommt nicht infrage." In den österreichischen Medien wurde am Mittwoch eine Interims-Intendanz von Sven-Eric Bechtolf und Helga Rabl-Stadler mehrfach ins Gespräch gebracht, aber auch Markus Hinterhäuser, der ab 2014 die Wiener Festwochen leiten wird, genannt.  

Pereira will bis 2016 Salzburger Intendant bleiben

Pereira selbst warnte in einem "News"-Interview davor, "irgendwelche Künstler, die auch gern Intendanten sind", als Nachfolger zu ernennen. Er wolle bis zu seinem Vertragsende 2016 Festspielintendant in Salzburg bleiben: "Mein Vertrag in Mailand beginnt im Oktober 2015. Aber Salzburg ist bis 2016 komplett geplant. Ich muss das Programm nur noch abwickeln."  In einem Telefonat wollte er primär über die Scala sprechen: "Alles, was Salzburg anbelangt, wird man in der kommenden Woche in der Kuratoriumssitzung in Ruhe besprechen."  Er rechne damit, dass Stephane Lissner wie vorgesehen bis Ende September 2015 an der Scala im Amt bleiben werde. "Obwohl es sicher genügend Probleme gibt, ist dank Lissners Führung die Situation, in der ich nun nach Mailand kommen werde, ungleich weniger schwierig als die Lage, die Lissner selbst vorgefunden hat." Die Planungsphase für Mailand beginne "sofort". Er werde erste Engagements selbst tätigen, aber sich sicher einen erfahrenen Dirigenten als künstlerischen Direktor oder Chefdirigenten an seine Seite holen.  Pereira sieht wenig Verständnis der österreichischen Politik für die Zukunftsprobleme: "Das große Problem, das noch nicht alle begreifen, ist, dass es für die Sicherung unserer Werteordnung eine neue Solidarität zwischen Staat, Wirtschaft und Privaten braucht."

Burgstaller für Gagenhalbierung

Ähnlich wie Schaden sieht Landeshauptfrau und Festspielkuratorin Gabi Burgstaller die Siutation:  "Ziel ist eine saubere Lösung mit Pereira, der ja bis 30. September 2016 in Salzburg unter Vertrag steht. Ich könnte mir vorstellen, dass Pereira die kommenden zwei Festspielsommer, also 2013 und 2014 in Salzburg abwickelt. Aber mehr auch nicht. Und dafür könnte er höchstens die halbe Gage beziehen. Solle er das nicht wollen, dann käme eine Interims-Lösung mit Helga Rabl-Stadler und Sven-Eric Bechtolf auch für mich infrage. In jedem Fall muss der Posten unverzüglich ausgeschrieben werden, und eine klassische Doppelfunktion Pereiras für zwei Institutionen schließe ich ebenfalls aus". Auch  Burgstaller kann sich Markus Hinterhäuser als künftigen Intendanten gut vorstellen: "Er war vor Pereiras Bestellung nicht bei den drei Erstgereihten der Findungskommission. Da hatten wir keine Möglichkeit. Aber als Übergangs-Intendant 2011 hat er bewiesen, dass er das kann. Ich würde mich freuen, wenn er sich trotz seiner Verpflichtung bei den Wiener Festwochen bewerben würde", sagte Burgstaller.

Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler, die neben ihren Ämtern als Präsidentin und als kaufmännische Direktorin der Festspiele jetzt auch als Interims-Intendantin ins Spiel gebracht ist, wollte sich zu den Spekulationen rund um den Abgang Pereiras und die Neubesetzung des Postens nicht äußern. Markus Hinterhäuser war kurzfristig nicht erreichbar.  (APA, 5.6.2013)

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