Femen: Ukrainische Aktivistin aus Tunesien abgeschoben

5. Juni 2013, 10:18
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Einen Tag vor Femen-Prozess gegen Deutsche und zwei Französinnen

Tunis/Kiew - Einen Tag vor Beginn des Prozesses in Tunesien gegen Aktivistinnen der Frauenrechtsorganisation Femen hat die Polizei in Tunis nach Angaben der Organisation am Dienstag ein ukrainisches Femen-Mitglied festgenommen und des Landes verwiesen. Wie die Femen-Chefin Inna Schewtschenko mitteilte, kamen Männer in das Hotelzimmer der Ukrainerin, forderten sie auf, ihre Sachen zu packen und brachten sie zum Kommissariat. "Sie wurde ausgewiesen und ist jetzt im Flugzeug nach Kiew", fügte Schewtschenko hinzu.

"Keine Aktion geplant"

Die junge Ukrainerin habe keine Aktion geplant, sondern nur ihre Kolleginnen bei dem Prozess unterstützen wollen, fügte die Femen-Chefin hinzu. Den Namen der ausgewiesenen Frau gab sie mit Alexandra Schewtschenko an. Sie sei aber nicht mit ihr verwandt.

Ein Jahr Haft für Soliaktion?

Drei Femen-Aktivistinnen, eine Deutsche und zwei Französinnen, müssen sich am Mittwoch vor Gericht verantworten. Wegen einer nackten Protestaktion am vergangenen Mittwoch droht ihnen bis zu einem Jahr Haft. Sie hatten vor dem Justizpalast in Tunis gegen die Inhaftierung der 18-jährigen Femen-Aktivistin Amina Sboui demonstriert Die Tunesierin sitzt seit zwei Wochen in Haft, weil sie gegen eine Versammlung von Salafisten protestiert hatte. Während ihr Fall bei der säkularen Opposition in Tunesien für Empörung sorgt, stieß die Solidaritätsaktion der ausländischen Aktivistinnen auf wenig Verständnis. (APA, 5.6.2013)

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