Taxifahrer erschoss Räuber in Wien-Donaustadt

5. Juni 2013, 05:53
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Fahrgast bedrohte 59-jährigen Lenker mit Messer, dieser gab rückwärts einen Schuss ab

Wien - Ein 59-jähriger Taxifahrer hat in der Nacht auf Mittwoch in Wien-Donaustadt einen jungen Fahrgast erschossen. Der vermutlich 21-Jährige hatte den Lenker kurz nach Mitternacht auf Höhe der Gemeindeaugasse 25 von hinten am Hals gepackt und mit einem Messer bedroht. Daraufhin zog der Fahrer laut Polizeiangaben eine Pistole aus dem Seitenfach des Wagens und gab rückwärts einen Schuss ab.

Nach kurzer Flucht zusammengebrochen

Der Schuss traf den Mann rechts oben in die Brust. Nach Angaben der Polizei stieg er noch aus dem Auto aus und versuchte zu fliehen, brach aber schon nach 50 Metern zusammen. Der Taxifahrer war zuvor ebenfalls noch ausgestiegen und hatte zwei Schüsse in die Luft abgegeben. Er besitzt einen Waffenschein. Beim Eintreffen der Rettungskräfte war der junge Mann bereits tot.

Seine Identität konnte zunächst nicht eindeutig festgestellt werden. Die Leiche wurde der Gerichtsmedizin übergeben, das Landeskriminalamt hat die Ermittlungen übernommen.

Polizei prüft ähnliche Überfälle

Der Fahrgast war in der Ausstellungsstraße in Wien-Leopoldstadt in das Taxi gestiegen. Die Fahrt ging nach Stadlau, wo der Kunde drei Minuten nach Mitternacht auf Höhe Gemeindegasse 25 plötzlich von hinten einen Arm um den Hals des Taxlers legte.

Die Polizei prüft nun, ob der junge Mann zwei weitere ähnliche Überfälle in den vergangenen Wochen begangen haben könnte. Offiziell wurden heuer in der Bundeshauptstadt bisher 50 Überfälle auf Taxilenker verübt, berichtete Christian Gerzabek, Chef der Wiener Taxiinnung. "Die Dunkelziffer schätze ich auf mal drei", so Gerzabek. Viele Lenker würden wegen das Aufwandes und des Zeitverlustes derartige Taten nicht anzeigen. "Davon raten wir aber strikt ab", betonte Gerzabek.

"Nicht den Helden spielen"

Das Verhalten im Falle eines Überfalls werde geschult, es gibt außerdem Broschüren und eine Versicherung. "Niemand sollte den Helden spielen", warnte der Innungschef. Im konkreten Fall habe er aber Verständnis: "Wenn man ein Messer an den Hals angesetzt bekommt, ist das eine Ausnahmesituation. Taxilenker wurden schon getötet, nur damit sie den Täter später nicht identifizieren können."

Glimpflicher verlief Mittwoch früh ein weiterer Zwischenfall in einem Taxi in Wien: Nach einer Fahrt von der Innenstadt in die Kenyongasse im Bezirk Neubau wollte gegen 4.00 Uhr eine Frau den Fahrpreis nicht bezahlen. Die 26-Jährige schlug zunächst auf den Lenker und später auf einschreitende Beamte ein. Der Taxifahrer und ein Polizist wurden leicht verletzt, die Randalierende festgenommen. (APA, 5.6.2013)

  • Der 21-Jährige starb an einer Schussverletzung im Brustbereich.

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