Zerstörerische Auftriebskraft und lange Trockenzeit

4. Juni 2013, 18:20
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Warum das absichtliche Fluten ein Gebäude vor der Zerstörung durch das Hochwasser retten kann. Und wie lange es dauert, bis sich das Grundwasser wieder erholt hat

Frage: Wie gefährlich ist das Hochwasser für Gebäude?

Antwort: Beim Hochwasser 2002 wurden 10.000 Gebäude schwer beschädigt. Im schlimmsten Fall können Auftrieb, Wasserdruck und Erosion eine zerstörerische Wirkung haben. Ist die Auftriebskraft des Wassers größer als die Summe aller Gebäudelasten, schwimmt das Gebäude auf. Als Gegenmaßnahme kann der Keller mit sauberem Wasser geflutet werden. Der Zivilschutzverband weist darauf hin, dass die Maßnahme nur von Experten durchgeführt werden sollte. Auch Unterspülung kann ein Haus gefährden. Faustregel: Die Fundamentunterkante muss mindestens einen Meter unter der (zu erwartenden) Erosionsbasis liegen.


Frage: Wie lange dauert es, bis feuchte Mauern wieder trocken sind?

Antwort: Das ist abhängig davon, wie tief die Feuchtigkeit eingedrungen und wie dick die Mauer ist. Einfachste Maßnahme: Ventilatoren und monatelanges Lüften (aber nur bei niedriger Außenluftfeuchtigkeit). Ohne künstliche Trocknung besteht die Gefahr, dass Schimmelpilz entsteht. Spezialfirmen bieten aufwändige Trockenluftspülungen für Baustoffe an, die wochenlang dauern und 50 Euro pro Quadratmeter kosten (Strombedarf nicht mitgerechnet). Für wertvolle Gebäude gibt es die sehr teure Mikrowellentrocknung.


Frage: Welche Folgen hat das Hochwasser für das Trinkwasser?

Antwort: In Passau musste die Trinkwasserversorgung abgedreht werden, weil die Brunnen verunreinigt und die Speicher leer sind. In allen betroffenen Gebieten sollte Trinkwasser mindestens drei Minuten abgekocht werden. Die Landwirtschaftskammer empfiehlt den Umstieg auf Flaschenwasser. Die Regenerierung des Grundwassers wird mindestens zwei Monate dauern.


Frage: Wann kommt der Sommer?

Antwort: Sicher nicht vor Sonntag. In Ostösterreich bleibt es regnerisch, in alpinen Lagen herrscht hohe Lawinengefahr. (simo, DER STANDARD, 5.6.2013)

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