Wien: Land unter an der Copa Cagrana

Video4. Juni 2013, 17:12
181 Postings

Das Hochwasser gefährdert die wirtschaftliche Existenz eines der letzten Lokalbetreiber an der Copa Cagrana

Das Hochwasser hat nun auch Wien erreicht: Die Gastromeilen Copa Cagrana und Sunken City an der Neuen Donau stehen bereits unter Wasser. Der Pegelstand ist mittlerweile so hoch, dass die Lokale an der Copa Cagrana nicht mehr betreten werden können. Wo Gäste normalerweise essen und trinken, sammeln sich nun Holz, Müll und anderes Treibgut.

Stetig steigender Wasserpegel

Auf der Terrasse einer Shisha-Bar ist ein Security-Bediensteter damit beschäftigt, Korbmöbel vor dem stetig steigenden Wasserpegel in Sicherheit zu bringen. Neben dieser gibt es an der Copa Cagrana nur noch drei weitere Lokale mit aufrechtem Betrieb. Ihr Pächter ist Moussa Haery. Er führt ein griechisches, ein mexikanisches und ein italienisches Restaurant.

Wirtschaftliche Katastrophe

Das Hochwasser ist für ihn einen Monat nach Saisonstart eine wirtschaftliche Katastrophe: "Neben dem Umsatz verliere ich weiteres Geld und viele Nerven." Wie es weitergehen soll, weiß er nicht. "Wir sind machtlos. Wir können nur schauen", sagt Moussa. Er und einige seiner Bediensteten haben die Nacht an der Copa Cagrana verbracht, um den Wasserstand zu beobachten.


Copa Cagrana auf einer größeren Karte anzeigen

Immer wieder Überflutungen

Da es sich um eine Naturkatastrophe handelt, hält es Moussa für unwahrscheinlich, dass die Versicherung für den Schaden aufkommen wird. Er überlegt jedoch, bei der Wirtschafskammer um finanzielle Hilfe anzusuchen. Von der Stadt, mit der er den unbefristeten Pachtvertrag abgeschlossen hat, erwartet er keine Zuwendungen, da im Vertrag das Hochwasserrisiko berücksichtigt wurde.

Zudem ist es nicht das erste Mal, dass seine Lokale an der Copa Cagrana überflutet wurden. Innerhalb der vergangenen 15 Jahre, die er als Gastronom an der Copa Cagrana tätig ist, gab es bereits in den Jahren 2002, 2004 und 2009 Hochwasser. Im Jahr 2002 sei dadurch ein enormer finanzieller Schaden entstanden. "Damals hat mir niemand geholfen", sagt Moussa. So schlimm wie dieses Jahr sei es dennoch nicht gewesen.

Ungewisse Zukunft

Generell scheint die Zukunft der Copa Cagrana eher ungewiss: Ein jahrelanger Rechtsstreit mit dem Hauptpächter der Anlage behindert Pläne für die Umgestaltung des Freizeitareals. Unterdessen verwahrlosen die leerstehenden Lokale zusehends. (Elisabeth Mittendorfer/Maria von Usslar, derStandard.at, 4.6.2013)

  • Das Hochwasser als Fotomotiv schaulustiger Spaziergänger.
    foto: derstandard.at/maria von usslar

    Das Hochwasser als Fotomotiv schaulustiger Spaziergänger.

Share if you care.